China Katholische Bischöfe sollen von Polizei verschleppt worden sein

In China werden vier vatikantreue Bischöfe vermisst. Laut der katholischen Nachrichtenagentur AsiaNews wurden sie entführt - von Polizisten, die sie zwingen sollen, sich der chinesischen Staatskirche anzuschließen.


Vatikanstadt - Vier vatikantreue katholische Bischöfe in China sind angeblich im Auftrag der Regierung verschleppt worden. Das berichtete die katholische Nachrichtenagentur AsiaNews am Montag. Die Geistlichen, die an einen unbekannten Ort gebracht worden seien, sollen demnach zur Teilnahme an der "illegalen" Weihe eines Priesters der chinesischen Staatskirche gezwungen werden. Drei Bischöfe wurden dem Bericht zufolge in den vergangenen Tagen von Polizisten entführt, zuletzt der Bischof von Jiangmen, der laut Zeugenaussagen unter Tränen von Regierungsvertretern davongetragen wurde.

Ein weiterer Bischof werde bereits seit mehreren Tagen vermisst, heißt es in dem Bericht weiter. Nach Angaben von AsiaNews sollen am Donnerstag noch vier weitere vatikantreue Bischöfe an der Ordination des Priesters Huang Bingzhang in Shantou teilnehmen. Der Bischof Paul Pei Junmin, der die Zeremonie leiten solle, werde in der Kathedrale von Shenyang von Priestern beschützt, um nicht zu der Weihe gezwungen zu werden, hieß es in dem Bericht weiter.

Anfang Juli war der seit langem schwelende Streit zwischen der chinesischen Staatskirche und dem Vatikan über die Kontrolle der katholischen Kirche in China neu aufgeflammt. Auslöser war die vom Papst nicht autorisierte Weihe eines Priesters, die der Vatikan daraufhin für unrechtmäßig erklärte.

In China gehören die rund fünf Millionen Katholiken staatlich registrierten Kirchen oder nicht anerkannten Untergrund-Kirchen an, die dem Papst treu sind. In Letzteren versammeln sich Gläubige, um einer staatlichen Kontrolle ihrer Glaubenspraxis zu entgehen.

can/AFP

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insgesamt 28 Beiträge
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Seite 1
syramon 11.07.2011
1. Da fragt man sich doch,
Zitat von sysopIn China werden vier vatikantreue Bischöfe vermisst. Laut der katholischen Nachrichtenagentur AsiaNews wurden sie entführt - von Polizisten, die sie zwingen sollen, sich der chinesischen Staatskirche anzuschließen. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,773789,00.html
was machen kath. Bischöfe eigentlich in China?
alaxa 11.07.2011
2. immer noch besser als
immer noch besser als an Ort und Stelle geköpft zu werden. Ich halte die chinesische Politik der Respektierung der Eigenarten diverser Volks- und Religionsgruppen für immer noch besser als die unnachgiebige Verfolgung von Minderheiten in vielen anderen asiatischen und afrikanischen Staaten. Wir sollten auch erst einmal abwarten, ob sich diese Meldung als stichhaltig erweist und nicht gleich auf jede eventuelle "Ente" hysterisch anspringen. Jeder weiß, dass Nachrichten nie neutral sind - ob chinesische oder deutsche.
unterländer 11.07.2011
3.
Zitat von syramonwas machen kath. Bischöfe eigentlich in China?
Es dürfte Sie überraschen, dass es in China Katholiken gibt. Wo es römisch-katholische Christen gibt, gibt es auch Priester. Und wo es eine ausreichende Zahl von Priestern gibt, gibt es Bischöfe. So einfach ist das. Der christliche Glaube existiert in China schon ziemlich lange. Etwa seit dem 8. Jahrhundert.
Orthoklas 11.07.2011
4. wie im Imperium Romanum
Oh Mann, das erinnert sehr stark an die Situation der frühen Christen im Römischen Reich. Auch dort Verfolgung, Demütigung und Hauskirchen, in denen heimlich die Gottesdienste gefeiert werden mussten. Gestern Rom, heute China (und viele andere asiatische Länder). Hoffentlich dürfen die Katholiken eines Tages offen ihr Bekenntnis in China abgeben!
syramon 11.07.2011
5. Fänd ich nicht so gut.
Zitat von OrthoklasOh Mann, das erinnert sehr stark an die Situation der frühen Christen im Römischen Reich. Auch dort Verfolgung, Demütigung und Hauskirchen, in denen heimlich die Gottesdienste gefeiert werden mussten. Gestern Rom, heute China (und viele andere asiatische Länder). Hoffentlich dürfen die Katholiken eines Tages offen ihr Bekenntnis in China abgeben!
Schaut man sich einmal den Zustand der Kirche mit ihren Problemen sexueller Übergriffe auf Kinder an, so ist das nicht gerade eine Empfehlung. Sowas war vieleicht bei den Griechen oder Römern noch in, ist es aber weder bei den orthodoxen Christen in Russland, noch bei den Chinesen heutzutage. Da bleibt man besser doch bei Konfuzius.
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