Betrugsverdacht China geht gegen ranghöchsten Korruptionsermittler vor

Er sollte Korruption bekämpfen, jetzt wird gegen ihn ermittelt: In China ist der oberste Kämpfer gegen illegale Geschäfte selbst unter Verdacht geraten.

Der chinesische Präsident Xi Jinping hat der Korruption den Kampf angesagt - und knöpft sich nach hochrangigen Politikern nun vermehrt staatliche Unternehmen vor. Nun sieht sich auch Chinas ranghöchster Korruptionsermittler mit dem Vorwurf konfrontiert, selbst in korrupte Machenschaften verwickelt zu sein.

Gegen Mo Jiancheng werde wegen "ernsthafter Disziplinarverstöße" ermittelt, teilte das zuständige Komitee (CCDI) mit. Mit diesen Worten beschreibt das CCDI Korruptionsfälle. Nähere Details wurden bislang nicht bekannt. Das CCDI hatte zuvor aber angekündigt, auch vor Ermittlungen im eigenen Haus nicht zurückzuschrecken.

Mo führt seit Dezember 2015 die beim Finanzministerium angesiedelte Aufsichtsbehörde. Er war zuvor stellvertretender Generalsekretär seiner Partei sowie Vizegouverneur der Provinz Jiangxi.

Das harte Durchgreifen der chinesischen Regierung hat derweil auch Auswirkungen auf die Umsätze von Luxusmarken in dem Land. Reiche Chinesen zeigen sich nicht mehr so demonstrativ mit teuren Artikeln. Vor allem die Vorzeigemarke Cartier hatte aus den vollen Lagern der Händler in Hongkong und Macau Produkte zurückgekauft.

apr/Reuters
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