Kinderpornografie-Verdacht Metzelder-Bekannte lehnt Angebot der Staatsanwaltschaft ab

Christoph Metzelder soll einer Frau Kinderpornografie geschickt haben - auch gegen sie ermittelt die Staatsanwaltschaft. Das Verfahren könnte gegen eine Zahlung eingestellt werden. Doch das lehnt die Frau ab.
Christoph Metzelder (Archivbild): Ermittlungen gegen Bekannte

Christoph Metzelder (Archivbild): Ermittlungen gegen Bekannte

Foto: Oliver Killig / dpa

Im Verfahren gegen eine Frau, die angibt, kinderpornografische Aufnahmen von Christoph Metzelder erhalten zu haben, läuft es auf eine Anklage hinaus. Die Staatsanwaltschaft Hamburg will das Verfahren zwar gegen eine Geldauflage von 300 Euro einstellen. Der Verteidiger der Beschuldigten, Leon Kruse, sagte indes dem SPIEGEL, seine Mandantin habe das Angebot nicht angenommen. "Ich habe ihr davon abgeraten. Sie hat nichts Strafwürdiges getan."

Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau den Besitz von Kinderpornografie vor. Nach Erkenntnissen der Ermittler soll sie die Dateien im August 2019 von Metzelder bekommen haben. Er soll ihr die Bilder per WhatsApp geschickt haben. Daraufhin ließ die Frau laut Staatsanwaltschaft "einige Tage verstreichen", bevor die Polizei informiert worden sei.

Sie wollte den Fall offenbar nicht "ausschlachten"

Zunächst habe sie einen Bekannten kontaktiert. Dieser habe wegen seiner Tätigkeit als Journalist Verbindungen zur Polizei, wovon die Frau offenbar wusste.

"Wir können ihr nicht unterstellen, dass sie den Fall ausschlachten wollte", sagte eine Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft dem SPIEGEL. Vielmehr habe sie den Mann um Rat gefragt. Dass dieser Journalist sei, habe nicht im Vordergrund gestanden, sondern seine Kontakte zu den Ermittlungsbehörden.

Der Journalist habe unverzüglich die Hamburger Polizei informiert. Diese sei dann auf die Frau zugegangen.

Die Hamburger Polizei selbst hatte nach Bekanntwerden des Falles mitgeteilt, dass man einen Hinweis von der "Bild"-Zeitung bekommen habe. Diese habe einen Sachverhalt gemeldet, bei dem "sofort strafrechtliche Ermittlungen einzuleiten waren". Die Frau selbst hat nach Auskunft der Staatsanwaltschaft keine Anzeige erstattet.

Ihr Verteidiger Kruse sagte: "Sie hat Bilder von Herrn Metzelder erhalten und zeitnah Kontakt zur Polizei gesucht. Dadurch kam das Verfahren gegen Herrn Metzelder zustande. Sie wollte diese Bilder nicht."

Der ehemalige Fußballnationalspieler Christoph Metzelder wird laut Amtsgericht Düsseldorf verdächtigt, drei Frauen insgesamt 29 kinderpornografische Dateien geschickt zu haben. Auf seinem Mobiltelefon sollen sich, Stand September 2019, fast 300 derartiger Dateien befunden haben. Fragen zu den Vorwürfen ließen die Anwälte Metzelders unbeantwortet.

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