Kinderpornografie-Anklage Christoph Metzelder kündigt vor Gericht an, Auszeichnungen zurückzugeben

Christoph Metzelder steht in Düsseldorf vor Gericht. Dem 40-jährigen Ex-Fußballprofi wird vorgeworfen, sogenannte Kinder- und Jugendpornografie besessen und weitergeleitet zu haben. Er bestreitet das.
Christoph Metzelder: Ex-Fußballprofi vor Gericht

Christoph Metzelder: Ex-Fußballprofi vor Gericht

Foto: WOLFGANG RATTAY / REUTERS

Der Prozess gegen Fußball-Vizeweltmeister Christoph Metzelder hat in Düsseldorf begonnen. Dem 40-Jährigen wird laut Anklage vorgeworfen, Kinder- und Jugendpornografie besessen zu haben. Insgesamt 29 Dateien soll er an drei Frauen weitergeleitet haben.

Metzelder gab eine kurze Erklärung ab. Darin nannte er unter anderem biografische Details. Weiter sagte er, die Durchsuchung sei eine Zäsur gewesen, er lebe seitdem zurückgezogen. Der ehemalige Fußballprofi kündigt an, alle öffentlichen Auszeichnungen zurückzugeben, unabhängig vom Ausgang des Verfahrens. Für sein soziales Engagement hatte Metzelder 2011 den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen bekommen. Ein paar Jahre später überreichte ihm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Verdienstkreuz am Bande.

Der Prozess wurde für eine Stunde unterbrochen. Die Parteien zogen sich zu einem Rechtsgespräch zurück. Laut Richterin Astrid Stammerjohann gab es vorab keine verständigungsbezogenen Gespräche mit der Verteidigung. Einen sogenannten Deal hatte Metzelders Anwalt in einem RTL-Interview ins Spiel gebracht.

Der Prozess findet am Amtsgericht statt, das betont hatte, dass der 40-Jährige bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens als unschuldig gilt. Er selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Metzelder weist die Vorwürfe aber zurück, wie das Amtsgericht mitgeteilt hatte. Der SPIEGEL hatte seine Anwälte mehrfach vergebens um eine Stellungnahme gebeten.

Die Vorwürfe gegen Metzelder waren im September 2019 bekannt geworden.

Sollte Metzelder schuldig gesprochen werden, droht ihm eine Freiheitsstrafe zwischen drei Monaten und maximal vier Jahren. Das Düsseldorfer Amtsgericht hat für den Fall bis zum 10. Mai drei Verhandlungstage angesetzt.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, Metzelder drohe im Fall seiner Verurteilung eine Freiheitsstrafe zwischen drei Monaten und fünf Jahren. Dies ist zwar der Strafrahmen laut Strafgesetzbuch. Ein Amtsgericht darf aber nicht mehr als vier Jahre Freiheitsstrafe verhängen. Wir haben die entsprechende Stelle daher angepasst.

bbr/le/dpa
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