Ex-Fußballprofi Kinderpornografie-Vorwurf - Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Christoph Metzelder

Christoph Metzelder steht im Verdacht, Kinderpornos weitergegeben zu haben. Sein Handy und ein PC wurden nach SPIEGEL-Informationen beschlagnahmt. Laut Ermittlern schweigt er zu dem Vorwurf.
Christoph Metzelder im Februar 2019 in Kassel: Er soll Kinderpornos weitergegeben haben

Christoph Metzelder im Februar 2019 in Kassel: Er soll Kinderpornos weitergegeben haben

Foto: Karina Hessland/ Bongarts/ Getty Images

Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den ehemaligen Fußballnationalspieler Christoph Metzelder. Laut einer Sprecherin steht er im Verdacht, kinderpornografische Schriften weitergegeben zu haben. Am Dienstag seien Wohnräume und Büros Metzelders an zwei Düsseldorfer Adressen durchsucht worden. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet.

Nach SPIEGEL-Informationen wurden ein PC und ein Handy Metzelders sichergestellt, das Hamburger Landeskriminalamt (LKA) wertet diese nun aus. Metzelder wollte sich laut Staatsanwaltschaft nicht zu den Vorwürfen äußern. Er sei nicht festgenommen worden, sondern frei.

Metzelder soll per WhatsApp Bilder an eine Frau verschickt haben. Auf diesen sollen sexuelle Handlungen an unter 14-Jährigen zu sehen sein. Die Hamburger Polizei bekam einen Hinweis und leitete Ermittlungen ein.

ARD lässt Zusammenarbeit ruhen

Metzelder lief 47-mal für die deutsche Nationalmannschaft auf. Er spielte für Borussia Dortmund, den FC Schalke 04 und gewann die spanische Meisterschaft mit Real Madrid. 2013 beendete er seine Karriere. Er leitet eine Werbeagentur, seine "Christoph Metzelder Stiftung" fördert Projekte für Kinder und Jugendliche. Beim TuS Haltern in Nordrhein-Westfalen trainiert er die U19-Mannschaft.

Zudem arbeitet Metzelder als TV-Experte, unter anderem für die "Sportschau" in der ARD. Zuletzt war er bei der Auslosung zur zweiten Runde des DFB-Pokals im Einsatz. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky teilte mit, man werde die Zusammenarbeit ruhen lassen, bis die Vorwürfe geklärt seien.

Anmerkung: Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft gegen Metzelder lautet auf "unternehmen, einer anderen Person den Besitz an kinderpornographischen Schriften … zu verschaffen", § 184b Abs. 1 Nr. 2 StGB a.F. und nicht, wie es im Beitrag ursprünglich hieß, auf "Verbreiten kinderpornographischer Schriften", § 184b Abs. 1 Nr. 1 StGB a.F. Statt "Verbreitung" heißt es im Beitrag deshalb nunmehr "Weitergabe".

jdl/agr/jpz