Chronologie des Doppelanschlags Norwegens Schwarzer Freitag

Blumen im Zentrum von Oslo: Die ganze Nation trauert um die Toten
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Blumen im Zentrum von Oslo: Die ganze Nation trauert um die Toten

2. Teil: Der Täter wird gestellt


18.25 Uhr: Die Polizei erreicht die Insel. Zunächst weiß sie nicht, wie viele Attentäter sich dort befinden. Viele der Jugendlichen bleiben aus Angst zunächst weiter in ihren Verstecken. Nach wenigen Minuten wird der 32-jährige Täter gestellt - laut Polizeiprotokoll um 18.27 Uhr, früheren Angaben zufolge gegen 18.35 Uhr. Der Mann ergibt sich ohne Gegenwehr und wird festgenommen. Die kleinen Boote, die zur Rettung der Jugendlichen losgefahren waren, sind teilweise zu voll, um weitere Menschen aufzunehmen.

19 Uhr: Noch immer werden Überlebende aus dem Wasser gerettet. Auf der Insel wagen es einige der Jugendlichen noch immer nicht, aus ihren Verstecken hervorzukommen. "Ich wusste nicht, ob ich ihnen trauen konnte", sagt eine der Überlebenden über die Insassen der Boote. "Ich wusste nicht, wem ich überhaupt noch trauen konnte."

19.38 Uhr: Die Explosion im Regierungsviertel von Oslo hat laut Polizeiangaben sieben Todesopfer und zwei Schwerverletzte gefordert.

19.54 Uhr: Die Polizei gibt bekannt, dass sie an einen Zusammenhang zwischen beiden Anschlägen glaubt.

21.01 Uhr: Der auf Utøya festgenommene Verdächtige steckt laut den Ermittlern vermutlich auch hinter der Explosion in Oslo.

21.35 Uhr: Mindestens zehn Todesopfer habe es bei der Schießerei auf der Insel gegeben, meldet die Polizei.

22.45 Uhr: Der mutmaßliche Täter ist ein 32-jähriger Norweger, wie die Polizei erklärt.

Samstag, 23. Juli:

4.04 Uhr: Die Polizei korrigiert die Zahl der Todesopfer bei dem Angriff auf Utøya deutlich nach oben: Demnach kamen mindestens 80 Menschen ums Leben.

8.12 Uhr: Ministerpräsident Stoltenberg spricht von einer "nationalen Tragödie" und dem schwersten Verbrechen in Norwegen seit dem Zweiten Weltkrieg.

16.02 Uhr: Die Opferbilanz beider Anschläge wird auf 92 heraufgesetzt (am Sonntag wird sie auf 93 erhöht).

18.25 Uhr: Die Polizei teilt mit, dass der Tatverdächtige ein erstes Geständnis abgelegt hat.

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sto/dapd/AFP/Reuters

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bluemetal 24.07.2011
1. Kritik
Ich kann keinerlei Kritikpunkte erkennen. Eine komplette Spezialeinheit zu alarmieren und in nur 40 Minuten unter erschwerten Bedingungen per Auto und Boot einsatzbereit an den Tatort zu bringen ist Weltklasse. Schneller geht das auch in dt. Bundesländern niemals. Evtl sollte sich aber die sozialistische Regierung mal überlegen in geeignete einsatz und Transportmöglichkeiten zu investieren. Hier erkenne ich das einzige Versagen.
Achim 24.07.2011
2. Kritik
Zitat von bluemetalIch kann keinerlei Kritikpunkte erkennen. Eine komplette Spezialeinheit zu alarmieren und in nur 40 Minuten unter erschwerten Bedingungen per Auto und Boot einsatzbereit an den Tatort zu bringen ist Weltklasse. Schneller geht das auch in dt. Bundesländern niemals. Evtl sollte sich aber die sozialistische Regierung mal überlegen in geeignete einsatz und Transportmöglichkeiten zu investieren. Hier erkenne ich das einzige Versagen.
Und das hier? »17.10 Uhr: ... Mehrere Jugendliche rufen eine Notrufnummer an. Dort wird ihnen jedoch erklärt, sie sollten die Leitung nicht blockieren, falls ihr Anruf nicht mit dem Anschlag in Oslo zu tun habe.«
backtoblack 24.07.2011
3. Überzogen
Zitat von sysopIn nur drei Stunden brachte der Täter mehr als 90 Menschen um: Ein Doppel-Anschlag hat Norwegen traumatisiert. Die Polizei muss sich nun Kritik gefallen lassen - denn erst wurden offenbar Notrufe nicht beachtet, dann fehlte ein Boot zur Überfahrt auf die Insel. Die Ereignisse im Minutenprotokoll. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,776324,00.html
Ich finde, die Kritik an den Einsatzkräften ist völlig überzogen. Niemand konnte mit einem solchen Massaker rechnen, dass noch dazu perfide ausgeführt wurde. Niemand konnte in den ersten Stunden auch nur ahnen, was da wirklich vor sich ging. Was man allerdings nmicht erst seit diesem Anschlag wissen muss: Es gibt eine christlich-fundamentalistische, kryptofaschistische Szene in Europa und auch in den USA, die an Terrain gewinnt. Das gesamte rechtliche und alles Fahndungsinstrumentarium der EU muss aufgeboten werden, um dem Einhalt zu gebieten.
aspi01 24.07.2011
4. Kein vorbildlicher Polizeieinsatz
Ein schrecklicher Anschlag. Aber das Verhalten der Polizei erinnert stark an den Bruce-Willis-Spielfilm "stirb langsam", wo in einem Büroturm Geiseln genommen werden, der Hauptdarsteller versteckt sich, ruft über Notruf die Polizei und wird von der Notrufzentrale abgewiesen, er solle sich aus der Leitung begeben, denn die sei nur für Notrufe reserviert. Anschließend verzichtet die "überhebliche" Polizei darauf, die Informationen von "Bruce Willis" über die Geiselgangster zu nutzen. Auch auf der Insel waren hunderte Jugendlich mit Handys, die zur Polizei Kontakt hatten, die Polizei hat diese Informationsquelle aber offensichtlich nicht genutzt. Es muß eigentlich auf Basis der Schilderungen der Anrufer klar gewesen sein, dass es sich womöglich nur um einen einzigen Schützen handelt, der ein Masaker anrichtet. Ein beherztes Eingreifen der lokalen Polizei (private Boote gab es ja offenbar genug!) hätte zwar Polizistenleben riskiert, aber vermutlich dutzenden Jugendlichen das Leben gerettet. Vorbildlich war der Einsatz ganz sicher nicht, ganz im Gegenteil. Und er wird sicherlich ein juristisches Nachspiel haben!
Ylex 24.07.2011
5. Trotzdem eine Bemerkung
Stimmt, es ist allzu leicht, sich auf's Kritisieren zu verlegen, niemand in Norwegen konnte schließlich mit solch einem schrecklichen Ereignis rechnen - aber eine Bemerkung kann ich mir trotzdem nicht verkneifen: Es stand kein Hubschrauber zur Verfügung, der die Polizei minutenschnell zu der kleinen Insel hätte fliegen können, aber was war denn mit dem Militär? Es gibt doch wohl um Oslo herum Hubschrauber und Soldaten, die viel schneller und effektiver hätten eingreifen können... denke ich mal so.
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