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24. November 2014, 12:37 Uhr

Erschossener Junge mit Spielzeugpistole

"Sie haben ihren Job gemacht"

In Cleveland haben Polizisten einen Zwölfjährigen erschossen, weil er mit einer Spielzeugpistole hantierte. Die Eltern des Jungen sind schockiert, der Polizeichef verteidigt das Vorgehen seiner Leute.

Cleveland - Auf dem Spielplatz eines Freizeitzentrums in Cleveland haben Trauernde Poster, Kerzen und Kuscheltiere niedergelegt - in Gedenken an den zwölfjährigen Tamir. Der Junge war am Wochenende von Polizisten erschossen worden, nachdem er nach einer Druckluft-Spielpistole gegriffen hatte. Der Polizei aus der Stadt im US-Bundesstaat Ohio zufolge ähnelte sie einer halbautomatischen Waffe. Ein orangefarbenes Zeichen, das sie als ungefährlich ausgewiesen hätte, sei abgekratzt gewesen.

Die Polizei leitete eine Untersuchung ein, die beiden Beamten wurden vorläufig vom Dienst suspendiert. Familie und Freunde des Zwölfjährigen sind wütend und schockiert. "Ich versuche nicht zu weinen, aber es tut so weh", sagte der Vater des getöteten Jungen der Onlineausgabe der Zeitung "USA Today". "Er war doch erst zwölf Jahre alt und wusste nicht, was er tat. Die Polizisten aber wussten, was sie tun."

Der stellvertretende Polizeichef von Cleveland, Ed Tomba, bedauerte den "sehr, sehr tragischen" Vorfall, verteidigte jedoch das Vorgehen der beiden Beamten. "Sie haben ihren Job gemacht", sagte Tomba.

"Wir wollen herausfinden, was genau passiert ist"

Ein Augenzeuge hatte die Polizei nach deren Angaben am Samstag alarmiert und von einer Person berichtet, die auf dem Spielplatz eine Waffe auf andere Menschen richte. Zwei Beamte hätten den Verdächtigen dann gestellt und ihn aufgefordert, die Hände hoch zu nehmen. Der Junge habe das nicht befolgt und stattdessen in seinen Hosenbund gegriffen, um seine Waffe zu ziehen. Daraufhin hätten die Beamten geschossen und ihn in den Bauch getroffen.

Der Zeitung "Plain Dealer" zufolge, die sich auf einen Polizeivertreter berief, starb der Junge am Sonntag in einem Krankenhaus an seinen Verletzungen. Wie es weiter heißt, hatte der Augenzeuge in seinem Anruf bei der Polizei darauf hingewiesen, dass die Waffe wahrscheinlich nicht echt und die Person wahrscheinlich ein Jugendlicher sei. Das sei den beiden Polizeibeamten aber nicht kommuniziert worden, zitierte das Blatt den Chef der Vereinigung der Streifenpolizisten in Cleveland, Jeff Follmer.

Anders als in der Kleinstadt Ferguson in Missouri, wo eine Jury darüber entscheiden muss, ob ein weißer Polizist vor Gericht kommt, der einen unbewaffneten schwarzen Teenager erschossen hatte, wird in Cleveland ein möglicher rassistischer Hintergrund ausgeschlossen. "In dem Fall geht es nicht um das Thema Schwarz und Weiß, sondern um richtig und falsch", sagte der Anwalt der Familie des ebenfalls schwarzen Jungen dem Nachrichtensender CNN. Er wolle nun mit Zeugen sprechen und mehr Informationen zusammentragen, sagte Anwalt Timothy Kucharski. "Wir wollen herausfinden, was genau passiert ist."

wit/dpa/AP

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