Todesschüsse in LGBTQ-Club 22-jährige Person wegen Hassverbrechen und Mordes angeklagt

Fünf Menschen sind bei einem Amoklauf in Colorado Springs ums Leben gekommen. Der Täter definiert sich als nicht binär. Nun wurden die Anklagen verlesen, es geht um 305 Straftaten.
Fotos der Opfer des Amoklaufes bei einer Gedenkveranstaltung im November

Fotos der Opfer des Amoklaufes bei einer Gedenkveranstaltung im November

Foto: David Zalubowski / AP

Die Person, die in einem bei Schwulen, Lesben und der Trans-Gemeinschaft populären Nachtclub im US-Bundesstaat Colorado das Feuer eröffnet haben soll, muss sich voraussichtlich wegen Mordes und Hassverbrechen vor Gericht verantworten. Entsprechende Anklagepunkte wurden vor Gericht im Colorado Springs verlesen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Insgesamt listete die Staatsanwaltschaft 305 Straftaten.

Die Anwälte der Verteidigung hatten zuvor erklärt, dass A. non-binär sei – sich also weder eindeutig männlich noch weiblich definiere. A. bevorzuge die Pronomen »they/them«, hieß es in einer Fußnote der Gerichtsunterlagen.

Nach Überzeugung der Polizei hatte A. (22) im November den Club mit einem Sturmgewehr und einer Handfeuerwaffe betreten und sofort das Feuer eröffnet. Zwei Anwesende im Club schritten der Polizei zufolge ein und stoppten A.. Bei der Attacke wurden fünf Menschen getötet und mindestens 17 weitere verletzt.

»Ich denke, die Botschaft, die wir ausgesendet haben, ist eindeutig. Wenn man in einem Fall 305 Straftaten anzeigt, zeigt das der Öffentlichkeit, dieser Gemeinde, diesem Bundesstaat, diesem Land, dass wir diesen Fall so ernst nehmen, wie wir nur können«, sagte Staatsanwalt Michael Allen. Er machte keine Angaben dazu, welche konkreten Beweise die Ermittler für den Tatvorwurf des Hassverbrechens gefunden haben, betonte nur: »Wir werden keine Handlungen gegen Mitglieder der Gemeinschaft aufgrund ihrer sexuellen Identität tolerieren.«

Wohl bereits mit Morddrohungen aufgefallen

A. soll bereits mehr als ein Jahr vor dem Amoklauf angekündigt haben, Waffen, Munition und Schutzwesten horten zu wollen, um der »nächste Massenmörder« zu werden. Außerdem habe er damals gedroht, seine Großeltern umzubringen, sollten sich diese den Plänen von A. in den Weg stellen, wie die Nachrichtenagentur aus versiegelten Ermittlungsdokumenten zitiert. A. sei damals bei einem Einsatz einer Spezialeinheit verhaftet, die Anklage jedoch fallen gelassen worden. Fragen dazu beantwortete die Staatsanwaltschaft zunächst nicht, verwies lediglich auf die versiegelten Akten, die es untersagen würden, über die damaligen Geschehnisse zu sprechen.

sak/dpa/AP
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