Coronademos in Nürnberg Polizei ermittelt wegen Verdachts der Volksverhetzung

Mehr als 10.000 Menschen protestierten in Nürnberg gegen Corona-Schutzmaßnahmen. Dabei kam es wohl zu antisemitischen Ausfällen: Offenbar wurden Schilder mit der Aufschrift »Impfung macht frei« gezeigt.
Coronademo in Nürnberg: Eine Frau hält ein Schild mit der Aufschrift »Impfung macht frei« hoch

Coronademo in Nürnberg: Eine Frau hält ein Schild mit der Aufschrift »Impfung macht frei« hoch

Foto: via www.imago-images.de / imago images/Thomas Vonier

Nach Demonstrationen gegen die Coronamaßnahmen in Nürnberg ermittelt die Polizei wegen Volksverhetzung.

Einzelne Teilnehmende sollen antisemitische Plakate und Symbole gezeigt haben. Dabei handele es sich um Schilder mit der Aufschrift »Impfen macht frei«, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Außerdem habe ein Demonstrant einen rot-schwarzen Davidstern an der Kleidung getragen.

Am Sonntag hatte das Bündnis »Schüler stehen auf« zu einer Demonstration auf dem Volksfestplatz aufgerufen, zu der nach Polizeiangaben 10.000 bis 12.000 Menschen gekommen waren. Die Polizei ordnet dieses Bündnis der »Querdenker«-Szene zu.

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Schild sichergestellt

Fast zeitgleich hatte die AfD in der Innenstadt zu einer Kundgebung mit den beiden Bundestagsfraktionsvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla aufgerufen, bei der die Polizei 2500 Menschen zählte.

Als die AfD-Kundgebung beendet war, sahen Einsatzkräfte eine Frau mit einem Schild »Impfen macht frei«, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Polizei nahm die Personalien der Frau auf und stellte das Schild sicher. Ein Strafverfahren wegen Volksverhetzung sei eingeleitet worden, sagte der Polizeisprecher. Ein Foto vom Rande der Demo zeigt eine Frau mit einem Schild mit der Aufschrift »Impfung macht frei«.

Auch gegen den Demonstranten mit dem Davidstern bei der Demonstration rund um den Nürnberger Volksfestplatz läuft laut Polizei ein Strafverfahren. Bei dem zweiten Plakat, das wahrscheinlich ebenfalls bei der Großdemo zu sehen gewesen sei, liefen die Ermittlungen des Staatsschutzes noch.

Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus in Bayern bewertet den Schriftzug »Impfen macht frei« als antisemitisch. Der Schriftzug »Arbeit macht frei« stand am Tor des Konzentrationslagers Auschwitz.

Er gilt heute als zynisches Symbol für das Leid von Millionen Menschen in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten. In Auschwitz und dem benachbarten KZ Birkenau ermordeten die Nationalsozialisten mehr als 1,1 Millionen Menschen. Die meisten der Opfer waren Juden.

ptz/dpa-AFX
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