USA Apotheker soll Corona-Impfdosen wegen Verschwörungsideologie sabotiert haben

Einem Apotheker in den USA wird vorgeworfen, vorsätzlich mehr als 500 Impfdosen unbrauchbar gemacht zu haben. Den Ermittlern zufolge dachte der Mann, die Vakzine könne die menschliche DNA verändern.
Corona-Impfstoff von Moderna (Archivbild)

Corona-Impfstoff von Moderna (Archivbild)

Foto: EDUARDO MUNOZ / REUTERS

Ein Apotheker aus dem US-Bundesstaat Wisconsin, der absichtlich Hunderte Dosen Corona-Impfstoff sabotiert haben soll, ist offenbar ein Verschwörungsideologe. »Seine Absicht war, sie unbrauchbar zu machen, weil er der Überzeugung war, dass sie unsicher waren«, sagte Bezirksstaatsanwalt Adam Gerol bei einer Anhörung. Demnach dachte der Mann, die Vakzine der Firma Moderna könne die menschliche DNA verändern.

Der 46-Jährige hatte gegenüber den Behörden zunächst angegeben, 57 Fläschchen mit jeweils zehn Impfdosen versehentlich aus den Gefrierschränken eines Krankenhauses in der Ortschaft Grafton entfernt zu haben. Später räumte er den Angaben zufolge ein, die Vakzinen absichtlich aus der Kühlung genommen zu haben.

Nach Angaben des Krankenhausbetreibers gab der Apotheker zu, die ungekühlten Impfstoffe später wieder in die Kühlung zurückgestellt zu haben, wodurch 57 Menschen mit dem nicht gekühlten und damit unwirksamen Mittel geimpft wurden. Die Betroffenen seien benachrichtigt worden, es gebe bislang keine Hinweise auf gesundheitliche Schäden.

Der Apotheker wurde nach dem Vorfall entlassen und festgenommen. Laut einem Bericht der »New York Times«  hatte er gegenüber seiner Frau mehrfach Bemerkungen gemacht, die auf verschwörungsideologisches Gedankengut hindeuten. Demnach glaubte der Mann, dass die Welt zusammenbrechen werde, die US-Regierung Cyberangriffe plane und das Stromnetz kappen wolle.

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden vor allem online zahllose Verschwörungserzählungen verbreitet, insbesondere über Corona-Impfstoffe. Experten befürchten, dass diese Fehlinformationen eine ernsthafte Bedrohung beim Kampf gegen das Virus darstellen.

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Die Impfstoffe der Hersteller Moderna sowie Biontech/Pfizer basieren auf der sogenannten mRNA-Technologie. Bei diesen Impfstoffen werden dem menschlichen Körper Teile der Erbinformation des Virus mitgegeben – so kann das Immunsystem eine schützende Antwort auf den Erreger erzeugen. Experten zufolge gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass diese Impfstoffe die menschliche DNA verändern.

wit/AFP/AP