Pandemie Stadt München beschließt Alkoholverbot bei steigenden Corona-Zahlen

In München wächst die Angst vor steigenden Corona-Zahlen. Deshalb sorgt die Stadt jetzt vor. Sollte sich die Lage verschlimmern, darf nach 21 Uhr kein Alkohol mehr verkauft werden.
Menschenleer zeigt sich ein Biergarten mit gestapelten Bänken und Tischen im Münchner Westpark

Menschenleer zeigt sich ein Biergarten mit gestapelten Bänken und Tischen im Münchner Westpark

Foto: Sven Hoppe / DPA

Die Stadt München hat ein Alkoholverbot für den öffentlichen Raum bei steigenden Corona-Zahlen beschlossen. Die Regelung soll in Abhängigkeit der Anzahl an Neuinfektionen gelten. Sollte die Zahl der neu mit Corona Infizierten pro 100.000 Einwohner über einen Zeitraum von sieben Tagen auf 35 steigen, sei der Verkauf von Alkohol ab 21 Uhr verboten, teilte die Stadt mit. Zudem sei der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum ab 23 Uhr dann nicht mehr erlaubt.

In der Landeshauptstadt lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen am Montag bei 30,92. Die Zahlen waren zuletzt stetig gestiegen. "Es geht aber in Zeiten der Pandemie zuallererst um den Schutz der Bevölkerung und darum, noch wesentlich belastendere Maßnahmen möglichst zu vermeiden", teilte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) mit. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte schon vor Wochen die Kommunen aufgefordert, den Erlass von Alkoholverboten im öffentlichen Raum zu prüfen.

Auch Bayerns Ministerpräsident hatte sich im Gespräch mit dem SPIEGEL besorgt gezeigt. Laut Bayerns Ministerpräsident herrsche auf privaten Partys "leider viel Unvernunft" (Lesen Sie hier das ganze Gespräch).

München ist kein Einzelfall

Nicht nur in Bayern ist ein Alkoholverbot ein Thema. Hamburg hatte im Schanzenviertel und auf St. Pauli derartige Maßnahmen ergriffen, um größere Menschenansammlungen zu verhindern. In Berlin hatte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci ein entsprechendes Verbot in einem Interview mit der "Berliner Morgenpost " ins Gespräch gebracht.

"Ich finde es inzwischen auch richtig, über ein Alkoholverbot nachzudenken, wenn sich die Disziplin in den Gaststätten nicht verbessert", sagte die SPD-Politikerin. Der Alkoholgenuss sorge dafür, dass die Menschen nachlässiger und laut würden - und kaum noch Abstand hielten oder Hygieneregeln befolgten. "Das führt dazu, dass sich die Infektionen mehr ausbreiten. Das müssen wir verhindern."

Doch längst nicht alle sprechen sich dafür aus: Mannheims neuer Nachtbürgermeister sagte dem SPIEGEL, dass ein Alkoholverbot "auf jeden Fall vermieden" werden müsse.

bam/dpa
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