Coronakrise ARD-Kamerateam auf Demonstration angegriffen

Erst in der vergangenen Woche mussten Mitglieder eines ZDF-Teams nach einem Angriff auf einer Demonstration ins Krankenhaus. Nun wurde ein ARD-Mitarbeiter von einem Demonstranten getreten.
Polizisten sichern die Reichstagswiese, Hunderte Menschen demonstrierten ohne Genehmigung

Polizisten sichern die Reichstagswiese, Hunderte Menschen demonstrierten ohne Genehmigung

Foto: Kay Nietfeld/ dpa

Bei einer Demonstration gegen die Beschränkungen in der Coronakrise vor dem Reichstagsgebäude in Berlin ist es schon wieder zu einem Angriff auf Medienvertreter gekommen. Ein Demonstrant, der ein ARD-Kamerateam attackiert haben soll, sei festgenommen worden, twitterte die Berliner Polizei. Wie das "ARD-Hauptstadtstudio" berichtete, habe sich ein Demonstrant spontan aus der Menge gelöst und den Tonassistenten getreten. Dem Mann gehe es jedoch gut, hieß es.

Nach Angaben der Polizeisprecherin hatten sich am Mittwoch 350 bis 400 Menschen vor dem Reichstagsgebäude versammelt. Sie seien offenbar einem Aufruf in den sozialen Medien gefolgt, darauf deuteten etwa mitgebrachte Plakate hin. In Berlin sind wegen der Coronavirus-Pandemie derzeit Demos mit bis zu 50 Teilnehmern erlaubt. "Einsatzkräfte forderten die Menschen mehrfach persönlich und über Lautsprecher auf, den Platz zu verlassen und lösten die Ansammlung letztlich auf", twitterte die Polizei.

Neben dem Saarland, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern nimmt auch Berlin Versammlungen ausdrücklich vom Veranstaltungsverbot aus. In Berlin sind beispielsweise alle Großveranstaltungen bis zum 31. August untersagt. Seit dem 4. Mai darf jedoch wieder mit bis zu 50 Menschen demonstriert werden, dafür reicht wie sonst eine Anmeldung der Kundgebung. Die Demonstration vor dem Reichstag übertraf die Höchstzahl an Teilnehmern demnach jedoch deutlich. 

Körperverletzungen gegen Polizisten

Augenzeugen berichteten, dass ganz verschiedene Gruppierungen vor Ort waren. Viele Menschen seien aggressiv gewesen, Teilnehmer riefen "Wir sind das Volk". Die Polizei machte keine näheren Angaben zu den Teilnehmern. Es sei unter anderem zu Widerstandshandlungen und Körperverletzungen gegen Polizisten gekommen, sagte die Sprecherin. Auch Platzverweise wurden demnach durchgesetzt und Personalien aufgenommen.

Am 1. Mai war in Berlin ein Team der ZDF-Satiresendung "heute-show" attackiert worden. Es drehte ebenfalls bei einer Demonstration gegen Beschränkungen in der Coronakrise am Rosa-Luxemburg-Platz. Danach wurde das Kamerateam von einer Gruppe von vermummten Tätern angegriffen. Sechs Menschen wurden dabei nach Angaben des ZDF verletzt und mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

hba/dpa
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