Texas Mehr als tausend Corona-Fälle in einem Gefängnis

Vor Corona-Ausbrüchen in Haftanstalten wird gewarnt. Wie schlimm solche Vorfälle sind, zeigt ein Fall aus Texas: Dort hat sich in einem Gefängnis über die Hälfte der Insassen infiziert.
Ein Häftling wird auf Covid-19 getestet - im Fall dieses Fotos jedoch nicht in Seagoville, sondern in Chicago

Ein Häftling wird auf Covid-19 getestet - im Fall dieses Fotos jedoch nicht in Seagoville, sondern in Chicago

Foto: Zbigniew Bzdak/ ZUMA Wire/ imago images

"Alle Besuche in dieser Einrichtung wurden bis auf Weiteres ausgesetzt": So steht es prominent auf der Website des FCI Seagoville . Doch das Bundesgefängnis im US-Bundesstaat Texas hat nicht nur Sorge davor, dass Besucher das Coronavirus in die Anlage bringen könnten. Es ist längst massiv vom Virus betroffen, stärker als alle andere US-Bundesgefängnisse.

Immer wieder wird vor Ausbrüchen in Haftanstalten gewarnt. Wie der Sender NBC berichtet , sind in Seagoville von insgesamt 1798 Insassen mindestens 1072 mit dem Virus infiziert, ebenso zehn Mitarbeiter des Wachpersonals. Ein 65-jähriger Häftling mit Vorerkrankungen soll bereits an Covid-19 gestorben sein, nachdem er wegen Atemproblemen ins Krankenhaus gekommen war. Vergangene Woche sei der Test auf das Virus erst bei 668 Insassen positiv ausgefallen, heißt es.

NBC-Angaben zufolge hatten sich Insassen der Einrichtung bei ihren Angehörigen darüber beklagt, dass sich die Haftbedingungen seit Beginn der Coronakrise verschlechtert hätten. Die Gefangenen müssten in ihren Zellen bleiben, die Klimaanlage funktioniere nicht.

In ganz Texas gibt es derzeit etwas mehr als 300.000 bestätigte Coronavirus-Infektionen, rund 3800 Menschen sind in dem Bundesstaat an Covid-19 gestorben.

mbö
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