In Nigeria und den Niederlanden Millionenbetrug mit Schutzmasken für deutsche Behörden - Ermittler fassen Verdächtige

Ein Geschäftsmann sollte für Behörden Corona-Masken besorgen - und fiel auf Betrüger herein. Zwei Täter sind in den Niederlanden verurteilt worden. Die mutmaßlichen Hintermänner wurden in Nigeria verhaftet.

Ermittler aus mehreren Ländern haben die mutmaßlichen Täter eines Betrugs mit Corona-Schutzmasken im Wert von 15 Millionen Euro ausfindig gemacht. Wie die Staatsanwaltschaft im bayerischen Traunstein mitteilte, wurden Verdächtige in den Niederlanden und in Nigeria gefasst und teils bereits verurteilt.

Laut Staatsanwaltschaft  hatten deutsche Gesundheitsbehörden einen Geschäftsmann im März mit der Beschaffung von Masken beauftragt. Wegen Lieferschwierigkeiten der "üblichen Hersteller" sei dieser auf neue Kontakte ausgewichen. Diese hätten von ihm die Zahlung eines Vorschusses verlangt. Der Mann überwies eineinhalb Millionen Euro auf ein irisches Konto, trotzdem kam die vereinbarte Maskenübergabe nicht zustande.

Internationale Ermittlungen

Der Mann war dafür den Angaben der Behörde zufolge eigens in die Niederlande gefahren. Nachdem ihm die Täter dort mitgeteilt hatten, dass das Geld angeblich nicht verbucht worden sei, überwies er auf ein niederländisches Konto weitere 880.000 Euro. Anschließend brach der Kontakt zu den angeblichen Lieferanten ganz ab. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf.

Im Rahmen monatelanger grenzüberschreitender Ermittlungen wurden auch die Polizeien und Staatsanwaltschaften in den Niederlanden, Irland sowie Nigeria aktiv. Die internationalen Polizei- und Justizbehörden Interpol und Eurojust waren ebenfalls beteiligt.

Bereits im April wurden in den Niederlanden zwei Verdächtige gefasst und im Juli wegen Geldwäsche zu zwei Jahren Haft verurteilt, wie die Traunsteiner Staatsanwaltschaft mitteilte. In Nigeria wurden im August die beiden mutmaßlichen Hinterleute festgenommen. Mit 2,1 Millionen Euro haben die Ermittler nach eigenen Angaben auch einen Großteil der Beute gesichert.

bbr/AFP
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