Deutschlandweit Tausende protestieren gegen Coronamaßnahmen – Krawalle in Bautzen

In vielen Städten hat es Demonstrationen gegen die Virusregeln gegeben, vor allem im Osten des Landes. Teilweise kam es zu Übergriffen auf die Polizei – in Sachsen eskalierte die Lage.
Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten in Bautzen

Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten in Bautzen

Foto: Bernd März / dpa

Von Schwerin bis Kaiserslautern: In zahlreichen Orten sind am Montag Menschen zusammengekommen, um gegen die Coronapolitik zu demonstrieren. Nicht überall blieb es friedlich.

So kam es bei Protesten in Bautzen zu Ausschreitungen. Mehr als zehn Polizisten wurden nach Angaben der Polizei am Abend in der sächsischen Stadt verletzt und einige Fahrzeuge beschädigt. Die Beamten hätten einen Aufzug von etwa 100 Menschen stoppen wollen, sagte ein Polizeisprecher. Dabei seien sie mit Flaschenwürfen und Pyrotechnik sowie körperlicher Gewalt angegriffen worden, schilderte der Polizeisprecher am späten Abend. Die Beamten hätten Reizgas und Schlagstöcke eingesetzt. Die meisten der verletzten Polizisten hätten ein Knalltrauma erlitten, hieß es weiter.

Nach Angaben des Sprechers war ab etwa 18 Uhr ein starker Zulauf in der Stadt in der Oberlausitz zu verzeichnen. Insgesamt hätten sich etwa 500 bis 600 Menschen an den Demonstrationen beteiligt. Die Beamten hätten versucht, die Aufzüge zu stoppen. Dabei sei es zu der Eskalation gekommen. Nach Angaben des Polizeisprechers waren im vorderen Drittel der Demonstrationszüge »Personen eher dem extremistischen Spektrum zuzuordnen«.

Letztlich sei es gelungen, zunächst etwa hundert Menschen festzusetzen und deren Identität aufzunehmen. Später seien etwas entfernt rund 30 weitere Personen gestoppt worden.

In Mecklenburg-Vorpommern protestierten 6500 Menschen in Rostock gegen die Coronabeschränkungen und gegen eine Impfpflicht. Dort wurden neun Strafanzeigen wegen Widerstandes, Körperverletzung, Sachbeschädigung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen aufgenommen, wie die Polizei mitteilte. In Schwerin gingen rund 2750 Menschen auf die Straße.

Pfefferspray auf beiden Seiten in Dresden

Auch in anderen Bundesländern kam es in zahlreichen Städten zu Anti-Corona-Protesten. In Saarbrücken nahmen rund 3000 Menschen an einem Protestmarsch und einer Kundgebung teil. In Kaiserslautern zogen etwa 1500 Gegner der Coronamaßnahmen durch die Innenstadt, wie die Polizei in Rheinland-Pfalz mitteilte. In Pirmasens waren demnach rund 300 Menschen zu sogenannten Spaziergängen unterwegs. Dort wurden bei Angriffen auf die Einsatzkräfte nach Polizeiangaben drei Beamte leicht verletzt.

Im brandenburgischen Cottbus demonstrierten laut Polizei rund 3000 Menschen. Auch in der Landeshauptstadt Potsdam gingen Gegner und Befürworter der Coronamaßnahmen auf die Straße. Die Demonstrationen verliefen nach Polizeiangaben friedlich.

In Sachsen war die Polizei außer in Bautzen noch in weiteren Städten im Einsatz, um größere Personenansammlungen aufzulösen. In Dresden kamen demnach rund 500 Menschen zu einer laut der Corona-Notfall-Verordnung des Landes unzulässigen Versammlung zusammen. Sowohl die Protestierenden als auch die Polizei setzten Pfefferspray ein. Dabei wurde eine Frau verletzt. Ein Mann wurde festgenommen. In Leipzig ging die Polizei nach eigenen Angaben gegen eine Ansammlung von bis zu 250 Menschen vor.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

In Dortmund gingen laut Polizei bis zu 650 Menschen auf die Straße, um auf die »Opfer der Covid-Maßnahmen« hinzuweisen. Auch in Hessen und Niedersachsen protestierten nach Angaben der Polizei Hunderte Menschen gegen die Coronamaßnahmen und eine Impfpflicht.

jok/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.