"Costa Concordia"-Prozess "Schettino gab Anweisung, die Geschwindigkeit zu erhöhen"

Ex-Kapitän Francesco Schettino soll einem Zeugen zufolge kurz vor dem Unglück der "Costa Concordia" Anweisung gegeben haben, die Geschwindigkeit zu erhöhen. Fünf Minuten später lief das Schiff auf einen Felsen auf.

Ex-Kapitän Francesco Schettino auf dem Weg ins Gericht in Grosseto
AP/dpa

Ex-Kapitän Francesco Schettino auf dem Weg ins Gericht in Grosseto


Grosseto - "Schettino gab die Anweisung, die Geschwindigkeit zu erhöhen", sagte ein Zeuge im Prozess gegen den 52-jährigen Ex-Kapitän im toskanischen Grosseto.

Salvatore Ursino soll sich während des Unglücks am 13. Januar 2012 die ganze Zeit auf der Brücke aufgehalten haben. Laut seiner Aussage wurde die Geschwindigkeit etwa fünf Minuten vor der Kollision mit dem Felsen vor Giglio von 15 auf 16 Knoten erhöht. Kapitän Francesco Schettino habe seinem Vertreter Ciro Ambrosio die Anweisung gegeben.

Dem Gericht zufolge müsste der Auftrag um 21.40 Uhr erteilt worden sein. Die Kollision ereignete sich um 21.45 Uhr. Schettino hatte sich um 21.39 Uhr auf die Brücke begeben.

Der Zeuge bestätigte größtenteils die Argumentation der Verteidigung, der Rudergänger habe die Befehle des Kapitäns nicht richtig befolgt und damit die Katastrophe ausgelöst: Der aus Indonesien stammende Rudergänger habe zweimal den erteilten Befehl missverstanden, sagte Ursino. Allerdings habe Schettino auch nichts dagegen unternommen, dass das Schiff in die falsche Richtung gelenkt wurde, sondern nur gesagt: "Otherwise we go on the rocks", "andernfalls fahren wir auf den Felsen auf".

Das Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" war vor der italienischen Insel Giglio auf einen Felsen gefahren und teilweise gekentert. 32 der mehr als 4200 Menschen an Bord starben bei dem Unglück, darunter zwölf Deutsche. Kapitän Schettino muss sich seit Juli als einziger Angeklagter in einem Prozess verantworten.

Vor Gericht wurden am Montag auch Audio- und Videoaufnahmen aus der Unglücksnacht vorgespielt. Sie zeigten unter anderem die Angst und die Schreie der Passagiere in den Rettungsbooten.

Der Prozess gegen Schettino, dem unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung vorgeworfen wird, soll am Dienstag fortgesetzt werden. Dann könnte auch die Moldauerin Domnica Cemortan aussagen. Auch die angebliche Ex-Geliebte Schettinos soll in der Unglücksnacht auf der Brücke gewesen sein.

ala/dpa

insgesamt 3 Beiträge
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Vito.Andolini 28.10.2013
1. Ein Wunder...
Es ist wirklich ein Wunder, daß nicht mehr solche Unfälle passieren, wenn da solche Hingfong-Truppen auf den Schiffen beschäftigt sind. Letzte Woche habe ich gelesen, daß auf der Brücke ständig italienisch und englisch durcheinandergeredet wurde. Und wahrscheinlich beherrscht Schettino die englische Sprache genausowenig wie der indonesische Rudergänger. Dann reden eben alle aneinander vorbei. Daß natürlich der Kapitän angesichts des falschen Kurses nur sagt, der Rudergänger solle den Kurs korrigieren, weil sie ansonsten auf den Felsen auffahren, und sich ansonsten nicht weiter darum kümmert, ist schon ein ziemlich starkes Stück. Und es haben ja noch mindestens 20 weitere Leute dort auf der Brücke herumgestanden, von denen sich anscheinend auch keiner um den Kurs geschert hat. Tja, das Kind geht eben solange zum Brunnen, bis es bricht. Oder so ähnlich...
bali64 28.10.2013
2.
Zitat von Vito.AndoliniEs ist wirklich ein Wunder, daß nicht mehr solche Unfälle passieren, wenn da solche Hingfong-Truppen auf den Schiffen beschäftigt sind. Letzte Woche habe ich gelesen, daß auf der Brücke ständig italienisch und englisch durcheinandergeredet wurde. Und wahrscheinlich beherrscht Schettino die englische Sprache genausowenig wie der indonesische Rudergänger. Dann reden eben alle aneinander vorbei. Daß natürlich der Kapitän angesichts des falschen Kurses nur sagt, der Rudergänger solle den Kurs korrigieren, weil sie ansonsten auf den Felsen auffahren, und sich ansonsten nicht weiter darum kümmert, ist schon ein ziemlich starkes Stück. Und es haben ja noch mindestens 20 weitere Leute dort auf der Brücke herumgestanden, von denen sich anscheinend auch keiner um den Kurs geschert hat. Tja, das Kind geht eben solange zum Brunnen, bis es bricht. Oder so ähnlich...
bali64 28.10.2013
3.
Zitat von Vito.AndoliniEs ist wirklich ein Wunder, daß nicht mehr solche Unfälle passieren, wenn da solche Hingfong-Truppen auf den Schiffen beschäftigt sind. Letzte Woche habe ich gelesen, daß auf der Brücke ständig italienisch und englisch durcheinandergeredet wurde. Und wahrscheinlich beherrscht Schettino die englische Sprache genausowenig wie der indonesische Rudergänger. Dann reden eben alle aneinander vorbei. Daß natürlich der Kapitän angesichts des falschen Kurses nur sagt, der Rudergänger solle den Kurs korrigieren, weil sie ansonsten auf den Felsen auffahren, und sich ansonsten nicht weiter darum kümmert, ist schon ein ziemlich starkes Stück. Und es haben ja noch mindestens 20 weitere Leute dort auf der Brücke herumgestanden, von denen sich anscheinend auch keiner um den Kurs geschert hat. Tja, das Kind geht eben solange zum Brunnen, bis es bricht. Oder so ähnlich...
Ich weiß nicht, wen Sie mit"Hingfong-Truppen" meinen, aber internationale Besatzungen sind völlig normal und sollten kein Problem darstellen. Voraussetzung ist immer, dass man sich in einer Sprache sicher verständigen kann. Auch hier ist der Kapitän verantwortlich: Bemerkt er, dass ein Besatzungsmitglied nicht die Voraussetzungen erfüllt, muss er das melden und einen Austausch verlangen. Das Ganze wird protokolliert, so dass sich niemand herausreden kann. Als Kapitän wird man deshalb auch nicht so schnell aufs Abstellgleis geschoben, dazu ist diese Position zu bedeutend.
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