Raserprozess in Darmstadt 19-Jähriger wegen Mordes verurteilt

Auf der Flucht vor der Polizei verursachte ein Autofahrer einen tödlichen Unfall. Nun wurde der 19-Jährige des Mordes schuldig gesprochen - und zu mehr als sechs Jahren Jugendstrafe verurteilt.

Raserprozess: Akten am Platz des Vorsitzenden Richters am Landgericht Darmstadt (Archiv)
Silas Stein/ DPA

Raserprozess: Akten am Platz des Vorsitzenden Richters am Landgericht Darmstadt (Archiv)


Im Prozess um einen tödlichen Raser-Unfall auf einem Autobahnparkplatz in Hessen ist das Urteil gefallen. Das Landgericht Darmstadt verurteilte den 19 Jahre alten Fahrer zu sechs Jahren und vier Monaten Jugendstrafe. Die Richter bewerteten die Tat in ihrer Urteilsbegründung als Mord.

Der Verurteilte war am 30. Dezember 2018 mit seinem Auto vor zwei Streifenwagen geflüchtet. Auf der A5 fuhr er mit mehr als hundert Kilometern pro Stunde auf den Autobahnparkplatz Fuchsbuckel nahe Heppenheim und krachte dort in das parkende Auto einer Familie aus Düsseldorf.

Die 39 Jahre alte Mutter starb bei dem Unfall, der damals zehnjährige Sohn wurde schwer verletzt. Der Vater, der sich zum Zeitpunkt des Unfalls außerhalb des Fahrzeugs befand, erlitt einen Schock. Die Familie war auf dem Weg zu Freunden, um mit ihnen Silvester zu feiern. Auch der Unfallverursacher selbst erlitt schwere Verletzungen.

Der Angeklagte bezeichnete sich im Prozess als "Autonarren" und erklärte, aus Angst vor einem weiteren Verfahren wegen Fahrens ohne Führerschein vor der Polizei geflohen zu sein. Er legte ein Geständnis ab.

Mordprozesse gegen Raser

Zuletzt mussten sich mutmaßliche Verursacher tödlicher Unfälle häufiger wegen Mordes vor Gericht verantworten. Anfang Juli erhob die Staatsanwaltschaft Stuttgart Mordanklage gegen einen 20-Jährigen. Er soll mit einem gemietetem Sportwagen mit bis zu 165 Kilometern pro Stunde durch die Stuttgarter Innenstadt gerast sein und dabei einen Unfall verursacht haben, bei dem der 25 Jahre alte Fahrer und die 22 Jahre alte Beifahrerin eines Kleinwagens starben.

Anfang März hatte der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe erstmals ein Mordurteil gegen einen Raser bestätigt. Der Mann hatte 2017 in Hamburg mit einem gestohlenen Taxi einen Menschen getötet und zwei schwer verletzt. Das Landgericht Hamburg verurteilte den zur Tatzeit 24 Jahre alten Mann im Februar 2018 zu lebenslanger Haft.

wit/dpa



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