Verwechslung bei Zwangsräumung Leiche offenbar für Puppe gehalten – Spedition lagerte Toten ein

Speditionsmitarbeiter haben in Darmstadt die Leiche eines 58-Jährigen mutmaßlich mit einer Puppe verwechselt. Nach zwei Monaten fiel das Versehen einem Gerichtsvollzieher auf.
Polizeieinsatz (Symbolbild)

Polizeieinsatz (Symbolbild)

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/ DPA

Bei einer Wohnungsräumung in Darmstadt hat ein Speditionsunternehmen nach Behördenangaben offenbar versehentlich eine Leiche mitgenommen und eingelagert.

Die Möbelpacker hielten den Toten demnach für eine Schaufensterpuppe. Möglich sei, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, dass die vollständig bekleidete Leiche des damals 58-jährigen Mannes auch für eine »Art Reanimationspuppe« gehalten worden sei. Der Sprecher weiter: »Das ist zwar schwer vorstellbar, aber es scheint tatsächlich so gewesen zu sein.«

Gerichtsvollzieher verständigte die Polizei

Sämtliche Gegenstände aus der Wohnung galten nach der Räumung am 9. Februar als gepfändet, wurden mitgenommen und zunächst eingelagert. Als am 14. April ein Gerichtsvollzieher die Gegenstände sichten wollte, um ihren Wert zu taxieren, verständigte er die Polizei. »Der Verwesungszustand der Leiche war inzwischen entsprechend weit fortgeschritten«, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Eine Obduktion habe ergeben, dass es sich bei dem Toten um den Mieter der Wohnung handelte. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich der Mann das Leben nahm oder eines natürlichen Todes starb. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gab es demnach keine.

Auch eine eventuelle Störung der Totenruhe liegt laut Staatsanwaltschaft nicht vor, dazu brauche es einen Vorsatz, der sei nicht erkennbar. Mehrere Medien hatten über den Fall berichtet.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version wurde das Zitat »Der Verwesungszustand der Leiche war inzwischen entsprechend weit fortgeschritten« versehentlich einem Gerichtssprecher zugeschrieben. Es stammt aber, wie alle anderen Zitate auch, vom Sprecher der Staatsanwaltschaft.

tgk/dpa
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