Mordprozess wegen Unfalls auf der Flucht 18-jähriger Raser legt Geständnis ab

Auf der Flucht vor der Polizei verursachte ein junger Mann einen Unfall, bei dem eine Frau starb und ihr Sohn schwere Verletzungen erlitt. Nun steht der Fahrer vor Gericht - und zeigt sich geständig.

Auftakt des Raserprozesses: Akten am Platz des Vorsitzenden Richters am Landgericht Darmstadt
Silas Stein/ DPA

Auftakt des Raserprozesses: Akten am Platz des Vorsitzenden Richters am Landgericht Darmstadt


Im Prozess um einen tödlichen Unfall auf einem Autobahn-Parkplatz in Hessen hat der 18-jährige Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Er sei verantwortlich für den Tod der ums Leben gekommenen Frau und die schweren Verletzungen ihres Sohnes, sagte sein Anwalt am ersten Verhandlungstag vor dem Landgericht Darmstadt.

Die Staatsanwalt hat den jungen Mann wegen Mordes angeklagt. Im Prozess muss auch entschieden werden, ob er nach Jugendstrafrecht oder nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt würde. In letzterem Fall droht ihm lebenslange Haft. Zur Tatzeit war er bereits volljährig.

Laut Anklage fuhr der junge Mann im Dezember vergangenen Jahres mit hohem Tempo auf den Parkplatz bei Heppenheim, wo er mit seinem Wagen gegen das parkende Auto einer Familie aus Düsseldorf krachte. Die 39 Jahre alte Mutter kam dabei ums Leben. Der zehnjährige Sohn überlebte den Unfall schwer verletzt.

Richter Marc Euler leitet den Prozess vor dem Landgericht Darmstadt
Silas Stein/ DPA

Richter Marc Euler leitet den Prozess vor dem Landgericht Darmstadt

Der Angeklagte bezeichnete sich selbst als "Autonarren" und erklärte, aus Angst vor einem weiteren Verfahren wegen Fahrens ohne Führerschein vor der Polizei geflohen zu sein.

Zuletzt mussten sich mutmaßliche Verursacher tödlicher Unfälle häufiger wegen Mordes vor Gericht verantworten. Anfang Juli erhob die Staatsanwaltschaft Stuttgart Mordanklage gegen einen 20-Jährigen. Er soll mit einem gemietetem Sportwagen mit bis zu 165 Stundenkilometern durch die Stuttgarter Innenstadt gerast sein und dabei einen Unfall verursacht haben, bei dem der 25 Jahre alte Fahrer und die 22 Jahre alte Beifahrerin eines Kleinwagens starben.

Anfang März hatte der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe erstmals ein Mordurteil gegen einen Raser bestätigt. Der Mann hatte 2017 in Hamburg mit einem gestohlenen Taxi einen Menschen getötet und zwei schwer verletzt. Das Landgericht Hamburg verurteilte den zur Tatzeit 24 Jahre alten Mann im Februar 2018 zu lebenslanger Haft.

yer/dpa



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