Köln Neue Hinweise auf ein vermisstes Baby - nach 26 Jahren

1990 verschwanden in Köln eine Mutter und ihr kleiner Sohn. Nun gibt es neue Hinweise: Der Junge könnte noch leben. Die Polizei sucht den verdächtigen Vater des Kindes mit einem Fahndungsfoto.

Polizei Köln

Unerwartete Wendung in einem Vermisstenfall: Vor 26 Jahren verschwand in Köln ein Baby - bis vor Kurzem fehlte jede Spur. Nun gebe es neue Hinweise, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Der mittlerweile 27-Jährige lebe wahrscheinlich noch. "Möglicherweise weiß er gar nicht, dass er als vermisst gilt", sagte ein Polizeisprecher.

Der damals elf Monate alte Junge und seine Mutter waren 1990 spurlos verschwunden. Vor zwei Jahren rollte die Vermisstenstelle der Polizei den Fall wieder auf und fand neue Spuren.

Die Ermittler gehen davon aus, dass das Kind unter anderem Namen bei Verwandten oder Freunden seines Vaters in München und Zagreb aufgewachsen ist. Genauere Angaben dazu wollte der Sprecher nicht machen: "Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt zu früh."

Nach dem Verschwinden von Mutter und Kind richtete sich der Verdacht gegen den Vater, von dem sich die damals 39-Jährige zuvor getrennt hatte. Doch die Mordkommission fand keine ausreichenden Beweise dafür, dass der Mann seine Ex-Freundin getötet haben könnte. Die Ermittlungen gegen ihn wurden 1999 eingestellt. "Wir gehen aber nach wie vor davon aus, dass die Frau tot ist", sagte der Polizeisprecher.

Den aktuellen Hinweisen zufolge hatte der Vermisste in der Vergangenheit auch Kontakt zu seinem Vater - und ahnte dabei wahrscheinlich nichts von seinen dramatischen Lebensumständen. Es sei auch nicht auszuschließen, dass die Familie, die das Kind damals aufgenommen habe, arglos gewesen sei und die Hintergründe gar nicht gekannt habe, sagte der Sprecher. Der Vater sei untergetaucht, nachdem die Polizei ihre Ermittlungen wieder aufgenommen hatte.

Jetzt sucht die Polizei mithilfe von sozialen Netzwerken und der Sat.1-Fernsehsendung "Fahndung Deutschland" (Freitag, 19.00 Uhr) nach Zeugen, die Angaben zu dem Fall machen können. Die Ermittler verbreiten dabei auch ein aktuelles Foto des abgetauchten 61-Jährigen. "Wer weiß - vielleicht sieht sogar der vermisste Sohn dieses Bild und meldet sich daraufhin bei uns", meinte der Polizeisprecher.

cnn/dpa

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