Jacksons Ex-Frau im Zeugenstand "Seine Angst vor Schmerzen war unglaublich"

Drei Jahre war Debbie Rowe mit Michael Jackson verheiratet, sie ist die Mutter seiner beiden ältesten Kinder. Nun hat die Ex-Frau des "King of Pop" vor Gericht ausgesagt. Der Sänger habe große Angst vor Schmerzen gehabt, berichtete die 54-Jährige. Die Ärzte hätten das ausgenutzt.

AP

Los Angeles - Im Zeugenstand brach sie in Tränen aus: Michael Jacksons Ex-Frau Debbie Rowe hat im Zivilprozess um den Tod des "King of Pop" vor einem Gericht in Los Angeles ausgesagt. Sie beschrieb die Angst des Sängers vor Schmerzen und dessen Abhängigkeit von den Ärzten.

"Michael hatte eine sehr niedrige Schmerztoleranz und seine Angst vor Schmerzen war unglaublich", sagte Rowe. Die Ärzte hätten das ausgenutzt. Der Popstar habe daher den Medizinern in Bezug auf die Verschreibung von Schmerzmitteln vertraut. Die Ärzte jedoch hätten versucht, sich gegenseitig auszustechen und Jackson die eigenen Verschreibungen als wirksamer anzupreisen. Darüber sei Jacksons Pflege vernachlässigt worden, sagte Rowe.

Die 54-Jährige ist die Mutter von Jacksons ältesten Kindern Prince und Paris. Sie arbeitete früher als Krankenschwester für einen Arzt, der den Sänger behandelt hatte. Rowe war von 1996 bis 1999 mit dem Popstar verheiratet.

Jackson wurde über viele Jahre von verschiedenen Medizinern mit Schlaf- und Schmerzmitteln behandelt. Rowe erinnerte unter anderem an eine Phase im Jahr 1993, als Jackson nach einer Operation mit dem Schmerzmittel Demerol behandelt worden sei. Sie sei in dieser Zeit bei ihm gewesen. Der Popstar habe gewusst, dass er nicht ewig Schmerzmittel nehmen könne, sagte Rowe. Aber er habe den Einfluss einer starken Stimme gebraucht, um von den Medikamenten loszukommen. "Ich war vielleicht eine der wenigen, die auch nein zu ihm gesagt haben." Als der Popstar 1993 seine "Dangerous"-Tour fortsetzte, habe er das Mittel von einem Mediziner erneut bekommen.

Michael Jackson starb am 25. Juni 2009 im Alter von 50 Jahren an einer Überdosis Propofol. Sein Leibarzt Conrad Murray hatte ihm das Narkosemittel verabreicht, weil der Popstar vor seiner Comeback-Konzertreihe unter chronischer Schlaflosigkeit litt.

Der Arzt wurde wegen fahrlässiger Tötung zu vier Jahren Haft verurteilt. Die Jackson-Familie fordert in dem Zivilprozess, in dem nun auch Debbie Rowe aussagte, Schadensersatz von AEG, weil die Konzertagentur Murray eingestellt hatte. Die Klage auf eine Millionenentschädigung wird von Jacksons drei Kindern Prince, Paris und Blanket sowie ihrer Großmutter Katherine Jackson geführt. AEG weist jede Verantwortung für den Tod von Jackson zurück.

hut/AP/Reuters

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