Ehemalige Todeskandidatin  Neuer Prozess gegen Debra Milke frühestens 2015

Frühestens 2015 soll der neue Prozess gegen die ehemalige Todeskandidatin Debra Milke beginnen. Das legte einem Zeitungsbericht zufolge die zuständige Richterin fest. Womöglich muss das Verfahren gegen die Deutschstämmige aber auch ganz eingestellt werden.

Milke 1989 und kurz vor ihrer Freilassung: Nächste Anhörung am 6. Dezember
AP/The Arizona Republic, Arizona Department of Corrections

Milke 1989 und kurz vor ihrer Freilassung: Nächste Anhörung am 6. Dezember


Washington - Nach ihrer Freilassung aus der US-Todeszelle muss die in Berlin geborene Debra Milke offenbar noch länger auf eine Entscheidung über ihre Zukunft warten. Eine Neuauflage des Mordprozesses gegen sie wird nach einem Bericht der Zeitung "The Arizona Republic" nicht vor Januar 2015 beginnen. Das habe die zuständige Richterin in Phoenix im US-Staat Arizona festgelegt, berichtete das Blatt in seiner Online-Ausgabe.

Zudem legte Rosa Mroz den 6. Dezember als Termin für die nächste Anhörung fest, wie das Gericht per Twitter bestätigte. In der Anhörung soll geklärt werden, ob der bisherige Hauptbelastungszeuge in einem neuen Prozess seine Aussage verweigern darf. Dann könne es sogar so weit kommen, dass das Verfahren gegen Milke ganz eingestellt werde, berichtete die Zeitung.

Der Prozess gegen Milke muss neu aufgerollt werden, nachdem ein US-Bundesgericht das umstrittene Todesurteil gegen die Deutschstämmige im Frühjahr gekippt hatte. Milke war 1990 verurteilt worden, weil sie zwei Bekannte zum Mord an ihrem vierjährigen Sohn angestiftet haben soll. Die Verurteilung stützte sich auf die Aussage eines Polizisten, dem Milke ihre Beteiligung angeblich gestanden hatte. Ein unterschriebenes Geständnis gibt es aber ebenso wenig wie Tonaufnahmen oder Zeugen. Der Polizist hatte zudem - was die Geschworenen nicht erfuhren - zuvor mehrfach unter Eid falsch ausgesagt.

Milke beteuert bis heute ihre Unschuld. Seit Anfang September ist sie gegen Zahlung einer Kaution und unter Auflagen in Freiheit.

rls/dpa



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