Attacke auf der Autobahn Ermittlungen wegen Schüssen auf Deniz Nakis Auto eingestellt

Wer schoss auf das Auto von Fußballprofi Deniz Naki? Das bleibt ungeklärt - nach SPIEGEL-Informationen haben Polizei und Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen eingestellt. Es gebe "keine Hinweise für eine politisch motivierte Tat".

Deniz Naki (Foto von 2016)
STR/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Deniz Naki (Foto von 2016)

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Der Fall löste im Januar 2018 enormes Aufsehen aus: An einem späten Sonntagabend schossen Unbekannte auf der Autobahn 4 bei Aachen - offenbar aus einem Wagen heraus - auf den Porsche Cayenne des Fußballprofis Deniz Naki. Der Sportler blieb unverletzt. "Ich habe lediglich einen schwarzen Kombi neben mir gesehen", sagte Naki damals. Zwei Schüsse trafen demnach die linke Fahrzeugseite: knapp über dem Hinterreifen und zwischen den Fenstern.

Im Gespräch mit verschiedenen Medien äußerte Naki anschließend den Verdacht, die Attacke könnte einen politischen Hintergrund gehabt haben. "Ich bin in der Türkei eine laufende Zielscheibe, weil ich mich prokurdisch äußere", sagte Naki auf bento. "Die Schüsse zeigen mir aber, dass ich nirgendwo wirklich sicher bin. Ich vermute, dass der Schütze entweder ein Agent der türkischen Regierung oder ein rechtsradikaler Türke gewesen ist." Nach der Tat stand Naki unter Polizeischutz.

Der Fußballer konnte den Schützen nach eigenen Angaben nicht erkennen. Und wahrscheinlich wird er auch nie entdeckt. Die aufwendigen Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft Aachen wegen versuchter Tötung sind nach SPIEGEL-Informationen im Sande verlaufen - und wurden mittlerweile eingestellt. "Es hat sich kein Tatverdächtiger ermitteln lassen", sagte eine Behördensprecherin auf Anfrage.

Nach SPIEGEL-Informationen stießen die Ermittler bei ihren Recherchen neben den politischen auch auf andere potenzielle Gründe, weshalb jemand dem Sportler womöglich schaden wollte. "Das Motiv der Tat ist auch nach Abschluss der Ermittlungen unbekannt", teilte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit. Es gebe jedoch "keine Hinweise für eine politisch motivierte Tat".

Insgesamt gingen die Beamten zahlreichen Spuren nach, die entscheidende war jedoch offenbar nicht darunter. Als besonders hinderlich erwies sich im Laufe der Ermittlungen, dass sich aus den beiden abgefeuerten und sichergestellten Projektilen die Tatwaffe nicht identifizieren ließ.



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