Früherer Bundesligaprofi Deniz Naki vor Gericht

Einst ging Deniz Naki in der höchsten Liga Deutschlands auf Torejagd. Nun steht der frühere Fußballprofi vor Gericht: Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem Drogenhandel und Erpressung vor.
Deniz Naki im Landgericht Aachen: Die Verteidigung sagt, die Anklage beruhe auf Gerüchten

Deniz Naki im Landgericht Aachen: Die Verteidigung sagt, die Anklage beruhe auf Gerüchten

Foto: SASCHA STEINBACH / EPA

Vor dem Landgericht Aachen hat der Prozess gegen den ehemaligen Bundesligaprofi Deniz Naki begonnen. Der 31 Jahre alte Deutsche sei einer der Rädelsführer einer Ortsgruppe der kriminellen Vereinigung Bahoz gewesen, sagte Oberstaatsanwältin Jutta Breuer. Naki, ehemals deutscher U-21-Nationalspieler, Profi beim FC St. Pauli und beim SC Paderborn, ist zusammen mit drei anderen Männern türkischer Nationalität angeklagt. Sie haben einen kurdischen Hintergrund.

Rauschgifthandel und Schutzgelderpressung gehörten laut Staatsanwaltschaft zu den Aktivitäten der Bahoz-Gruppe in Düren/Aachen. Naki soll sich dabei gerühmt haben, nicht lange zu reden, sondern auch zuzuschlagen. Zeitweise habe er jede sich bietende Gelegenheit für gewalttätige Auseinandersetzungen mit rivalisierenden Gruppen wahrgenommen, sagte Breuer. Einmal habe er ein Auto in Brand gesetzt.

Angeklagt ist Naki unter anderem wegen Erpressung, Drogenhandels, gefährlicher Körperverletzung, Anstiftung zur Falschaussage und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Zurzeit sitzt er in Düsseldorf in Untersuchungshaft. Sollte er schuldig gesprochen werden, drohen ihm nach Angaben des Landgerichts mehrere Jahre Haft.

Nakis Anwalt Peter Krieger sagte der Nachrichtenagentur dpa, sein Mandant habe sich bisher durchgehend schweigend verteidigt, deshalb könne er für ihn keine Erklärung abgeben. »Ich kann aber etwas sagen, wie wir aus Sicht der Verteidigung die Anklage einschätzen«, sagte Krieger. »Die Anklage beruht auf durch die Staatsanwaltschaft zusammengetragenen Gerüchten, die es in Aachen gegeben haben mag.« Die Hauptverhandlung werde zeigen, was davon am Ende übrig bleibe.

hut/dpa
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