Mord an Chinesin in Dessau Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft

Ein Paar soll eine chinesische Studentin so schwer misshandelt und vergewaltigt haben, dass sie starb. Vor dem Landgericht Dessau hat die Anklage nun lange Haftstrafen gefordert.
Der Angeklagte Sebastian F. im Gerichtssaal in Dessau-Roßlau

Der Angeklagte Sebastian F. im Gerichtssaal in Dessau-Roßlau

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/ dpa

Für einen 21-Jährigen, der im Mai 2016 eine chinesische Studentin in Dessau vergewaltigt und ermordet haben soll, fordert die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe. Staatsanwältin Heike Kropf sagte vor dem Landgericht, sie sehe zudem eine besondere Schwere der Schuld. Der Angeklagte sei äußerst brutal mit seinem Opfer umgegangen und habe sich keine Gedanken über die junge Frau gemacht.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, am 11. Mai 2016 zusammen mit seiner mitangeklagten Ex-Partnerin die arglose junge Chinesin auf deren Joggingrunde unter einem Vorwand in eine leer stehende Wohnung gelockt zu haben. Dort sollen sie die Studentin misshandelt und vergewaltigt haben. Anschließend sollen sie die Schwerverletzte zunächst ihrem Schicksal überlassen und später vor dem Haus in einem Gebüsch abgelegt haben. Die Studentin wurde dort am 13. Mai tot gefunden.

Für die mitangeklagte Ex-Partnerin des Mannes forderte die Staatsanwaltschaft eine Jugendstrafe von acht Jahren. Der 21-Jährigen sei zugute zu halten, dass sie vor Gericht Reue und Scham zeigte - im Gegensatz zu ihrem früheren Freund. Die beiden Angeklagten hörten dem rund vierstündigen Strafantrag weitgehend regungslos zu.

Für die Staatsanwältin ist klar: "Beide sind gemeinsam an der Vergewaltigung beteiligt gewesen, beide haben den Tatentschluss getroffen, sie sind arbeitsteilig vorgegangen." Sie hätten der Sterbenden keine Hilfe zuteil werden lassen, um die Tat zu verdecken. Der Angeklagte, der seit Prozessbeginn schweigt, habe die Tat initiiert und den überwiegenden Teil der Brutalität ausgeübt. Es sei ihm um Sex gegangen.

Rechtsmediziner waren bei der Obduktion zu dem Ergebnis gekommen, dass die Chinesin äußerst qualvoll gestorben sei. Das Opfer hatte demnach "massivste Verletzungen", darunter gebrochene Rippen, Hämatome und Wunden am Kopf und am gesamten Körper.

Die Plädoyers der Nebenklage sollen am Dienstag fortgesetzt werden. Dann wird auch die Verteidigung ihre Strafanträge halten. Am Freitag könnte das Urteil verkündet werden. Stellt das Gericht eine besondere Schwere der Schuld fest, wäre eine vorzeitige Entlassung erschwert.

kry/dpa
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