Sieben Jahre Haft Deutscher in Wien wegen Missbrauchs seiner Tochter verurteilt

Weil er seine Tochter jahrelang missbrauchte, muss ein Deutscher in Österreich ins Gefängnis. Das Wiener Straflandesgericht verurteilte den Mann zu sieben Jahren Haft. In Deutschland droht ihm eine weitere Anklage.


Wien - Wegen des jahrelangen Missbrauchs seiner Tochter ist ein 40-jähriger Deutscher in Wien zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich der Mann zwischen Sommer 2011 und Herbst 2013 fast täglich an seiner Tochter verging. Die 15-Jährige hatte angegeben, sogar schon früher vom Vater sexuell missbraucht worden zu sein. Insgesamt soll es zu 1370 Übergriffen gekommen sein.

Das Opfer hatte sich im Oktober 2013 an die Polizei gewandt. Ärzte fanden bei einer Untersuchung Spermaspuren. Mit einem DNA-Gutachten wurden diese dem Vater zugeordnet. Der Arbeiter und Vater von fünf Kindern wies vor Gericht die Vorwürfe zurück. Seine Tochter belaste ihn zu Unrecht, sagte er. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Das Mädchen wurde in Essen geboren, 2011 zog die siebenköpfige Familie von Nordrhein-Westfalen nach Österreich. Zuletzt wohnte sie in einer Wohnung von rund 85 Quadratmetern in Wien.

Bei der Verhandlung am Dienstag beschuldigte auch die Stieftochter den Mann, sie noch in Deutschland missbraucht zu haben. Die 18-Jährige war als Zeugin per Video vom Landgericht Essen zugeschaltet worden. "Mein Stiefvater hat sich nicht nur an meiner Schwester vergangen, sondern auch an mir", sagte sie. Ihre Aussage soll nun an die Staatsanwaltschaft Essen übermittelt werden. Dem Vater droht damit in Deutschland eine weitere Anklage.

wit/dpa



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