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Vergewaltigung im Gefängnis-Besucherraum Tatort war offenbar die Spielecke

Ein Häftling soll seine Ehefrau im Gefängnis in Diez vergewaltigt haben - im Beisein der gemeinsamen Kinder. Nun gibt das Justizministerium bekannt, warum kein Beamter die Tat bemerkte.
Justizvollzugsanstalt (JVA) Diez

Justizvollzugsanstalt (JVA) Diez

Foto: Thomas Frey/ dpa

Der Tatort der mutmaßlichen Vergewaltigung in einem Gefängnis in Rheinland-Pfalz soll eine Spielecke gewesen sein, welche die Justizbeamten zum Tatzeitpunkt nicht ganz im Blick haben konnten. Das teilte das rheinland-pfälzische Justizministerium mit.

Ein verurteilter Mörder soll dort am 2. November seine Frau vergewaltigt und mit einer Scherbe auf sie eingestochen haben, bis er im Beisein der beiden gemeinsamen Kinder von Justizbediensteten überwältigt wurde. In dem Besuchsraum der Justizvollzugsanstalt Diez wurden zur selben Zeit vier weitere Häftlinge besucht.

Am Dienstag überprüften Beamte des Ministeriums mit der Gefängnisleitung die Abläufe von Besuchen. Um die Spielecke standen tischhohe Regale mit Spielzeug, um sie abzutrennen. "Eine gewisse Privatsphäre ist im Interesse der dort spielenden Kinder bisher geduldet worden", erklärte das Justizministerium. Nun werde die Spielecke jedoch so verändert, dass sie vollständig ins Blickfeld der Besuchsbeamten rücke. Zudem werde der Besuchsraum künftig ausnahmslos von mindestens zwei Beamten überwacht.

Ministeriumsvertreter sollen in den kommenden Wochen auch alle weiteren Gefängnisse in Rheinland-Pfalz unter die Lupe nehmen und mit deren Leitungen etwaige Änderungen bei Gefangenenbesuchen erörtern.

bbr/dpa