Discostreit Wolfsburger Fußballprofi Lenz schwer verletzt

Blutige Konfrontation in einer Wolfsburger Disco: VfL-Profi André Lenz erlitt bei der Auseinandersetzung schwere Stich- und Schnittverletzungen. Der Torwart des Bundesligisten musste notoperiert werden. Die genauen Tatumstände sind unklar, Ermittlungen wegen versuchter Tötung laufen.

VfL-Torwart Lenz (im Februar 2010): Notoperation nach Nachtclub-Streit
dpa

VfL-Torwart Lenz (im Februar 2010): Notoperation nach Nachtclub-Streit


Wolfsburg - Drama um den Wolfsburger Ersatztorwart André Lenz: Bei einem Disco-Streit wurde der 36-Jährige in der Nacht zum Sonntag schwer verletzt. Der Schlussmann des Bundesligisten wurde notoperiert, sagte ein Polizeisprecher.

Lenz hatte bei der Auseinandersetzung mehrere Stich- und Schnittwunden erlitten und viel Blut verloren. Lebensgefahr besteht nach Polizeiangaben aber nicht. Neben Lenz wurden drei weitere Disco-Besucher im Alter zwischen 24 und 35 Jahren schwer verletzt.

"Es gab den Vorfall. Alles Weitere ist noch in der Klärung", sagte VfL-Sprecher Gerd Voss am Sonntag. Nach dem 3:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt im letzten Saisonspiel hatte sich ein Großteil der Mannschaft spontan zu einer Feier entschlossen.

Nach ersten Ermittlungen eskalierte der Streit in der Disco - es flogen Gläser und Flaschen. Die genauen Hintergründe der Tat sind aber noch unklar. "Wir müssen die Zeugenbefragungen und Angaben der Verletzten abwarten", sagte Polizeisprecher Sven-Marco Claus. Auch eine Tatwaffe konnten die Ermittler nicht sicherstellen. Die Polizei ermittelt wegen versuchter Tötung.

Die Rolle von Lenz während der Auseinandersetzung muss noch geklärt werden. Er habe die Verletzungen erlitten, "als er offenbar schlichtend in einen Streit von weiteren Besuchern eingreifen wollte", teilte der VfL mit. Der Schlussmann gilt als ein besonnener und ruhiger Spieler. In dieser Saison kam der Ersatztorhüter bei den "Wölfen" auf acht Bundesliga-Einsätze.

Drei weitere Personen verletzt - Betroffenheit beim Verein

Die Einsatzkräfte aus Polizei und Rettungsdiensten kümmerten sich um die Verletzten, außer Lenz waren ein 24-Jähriger, ein 25-Jähriger und ein 33-Jähriger betroffen.

"Als wir hörten dass André Lenz schwer verletzt worden ist, waren wir sehr betroffen. André ist in der Mannschaft ein sehr angesehener Spieler. Wir sind natürlich froh, dass es ihm genau wie den drei anderen Verletzten den Umständen entsprechend gut geht. Es hätte auch schlimmer ausgehen können, sagte Dieter Hoeneß, Vorsitzender der Geschäftsführung des VfL.

"Das war echt heftig", sagte Party-Veranstalter Michael Ammer den "Wolfsburger Nachrichten". "In den 25 Jahren meiner Partygeschichte habe ich so etwas noch nicht erlebt - und ich habe wirklich schon auf der ganzen Welt Partys gefeiert."

jok/dpa



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