Baden-Württemberg Zwölf Huskys offenbar in überhitzten Boxen erstickt – Strafbefehl gegen Halterin

Die Ermittler sprechen von »erheblichen Leiden«: Eine Frau aus Baden-Württemberg brachte 26 Huskys offenbar auf jämmerliche Weise unter, zwölf Tiere starben. Nun soll sie Strafe zahlen.
Schlittenhunde (Symbolbild)

Schlittenhunde (Symbolbild)

Foto: erika8213 via www.imago-images.d / imago images/erika8213

Das Amtsgericht Calw in Baden-Württemberg hat gegen eine Frau einen Strafbefehl erlassen, weil sie gegen das Tierschutzgesetz verstoßen haben soll.

Die Frau hielt ihre 26 Huskys nach Überzeugung der Ermittler in einer Julinacht im vergangenen Jahr in 18 Transportboxen in einem fast vollständig geschlossenen Fahrzeug.

Die Tiere hätten nicht genügend Wasser und frische Luft bekommen und seien viele Stunden lang »erheblichen Leiden ausgesetzt« gewesen, so die Staatsanwaltschaft.

Nach einem warmen Sommertag sanken die Temperaturen selbst in der Nacht nicht unter 17 Grad. Zwölf der Hunde verendeten. Zwei weitere mussten in einer Tierklinik behandelt werden.

Die Frau wusste nach Überzeugung des Gerichts, dass die Hunde nur bei Transportfahrten in den Boxen gehalten werden dürften.

Tod durch Ersticken?

Trotz mehrerer Gutachten sei die Todesursache nicht eindeutig geklärt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Behörde gehe aber davon aus, dass die Hunde an Ersticken und Überhitzung starben.

Der Fall hatte großes Interesse geweckt, weit über die Region hinaus. Die Tierschutzorganisation Peta hatte mitgeteilt, die Hunde seien in einem Transporter erstickt. Danach seien sie vergraben worden, um Untersuchungen zu vermeiden.

Laut dem Verband Deutscher Schlittenhundesportvereine (VDSV) hingegen hatte die Besitzerin ihre Tiere ordnungsgemäß in Boxen untergebracht und am Morgen 12 von 26 Hunden tot gefunden. Der VDSV schrieb, die Tiere könnten vergiftet worden sein und sagte ein für den Winter in Dobel geplantes Schlittenhunderennen sicherheitshalber ab.

Peta wiederum hielt Gift als Todesursache für abwegig und stellte Strafanzeige.

Die Frau soll 150 Tagessätze zahlen. Über die Höhe machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben.

jpz/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.