In Brasilien verschollener britischer Journalist Behörden entdecken zwei Leichen

In Brasilien haben Sicherheitskräfte im Regenwald zwei Leichen entdeckt, die an Bäume gebunden waren. Zuvor waren der britische Journalist Dom Philipps und sein Begleiter als vermisst gemeldet worden.
Dom Phillips (Archivbild)

Dom Phillips (Archivbild)

Foto: Joao Laet / AP

Am Montag sind im Dschungel von Amazonien zwei Leichen gefunden worden. Der brasilianische Sender G1  geht davon aus, dass es sich bei den Toten um den britischen Journalisten Dom Phillips und seinen indigenen Begleiter Bruno Pereira handelt. Bestätigt ist dies bisher nicht.

Laut BBC  wurden zwei Leichen gefunden, deren Identifizierung noch aussteht. Der »Guardian « berichtet, der brasilianische Botschafter in Großbritannien habe die Familien der Vermissten am Telefon darüber informiert, dass zwei Leichen gefunden worden seien. Es sei kein konkreter Fundort genannt worden, die Leichen seien an Bäume gebunden im Regenwald aufgefunden worden.

Präsident Jair Bolsonaro sagte dem Radiosender CBN Recife am Montag: »Die Beweise lassen vermuten, dass ihnen etwas Schlimmes angetan wurde, denn im Fluss wurden menschliche Eingeweide gefunden«. Diese würden nun einer DNA-Untersuchung unterzogen.

Phillips' Nichte Dominique Davies teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, dass »zwei Leichen gefunden« worden seien. Die Angehörigen warteten nun auf eine Bestätigung der Bundespolizei, ob es sich um die beiden Vermissten handelt. Die Polizei bestätigte diese Informationen bislang nicht.

Polizei entdeckte Sandalen, Stiefel, Hosen

Das Ergebnis der Untersuchung des »offenbar menschlichen organischen Materials«, das in der Nähe des Hafens von Atalaia do Norte gefunden wurde, solle diese Woche veröffentlicht werden, berichtete die Nachrichtenagentur »Agência Brasil« am Montagabend unter Berufung auf die Bundespolizei.

Der Anführer der Indigenen-Vereinigung des Javari-Tals, Beto Marubo, sagte in einer Pressekonferenz: »Unser Team ist weiter in dem Gebiet, in dem gesucht wird. Unsere Arbeit ist unermüdlich. Unser oberstes Ziel ist es, unseren Freund Bruno Pereira und Dom Phillips, der auch unser Freund ist, zu finden.«

Philipps arbeitete für den britischen »Guardian« und die »Washington Post«. Er galt seit dem 5. Juni in der Region Vale do Javari nahe der Grenze zu Peru als vermisst. Seine Frau Alessandra Sampaio hatte unlängst erklärt, sie habe kaum noch Hoffnung, ihren Mann lebend zu finden.

Am Sonntag hatten brasilianische Behörden persönliche Gegenstände des Journalisten und des Indigenen-Experten im Amazonas-Regenwald aufgespürt.

»Es wurden Gegenstände gefunden, die den Vermissten gehörten: eine Gesundheitskarte, eine schwarze Hose, eine schwarze Sandale und ein Paar Stiefel, die Bruno Pereira gehörten, sowie ein Paar Stiefel und ein Rucksack, der Dom Phillips gehörte und persönliche Kleidung enthielt«, so ein Sprecher der brasilianischen Bundespolizei.

Laut Angaben der Feuerwehr wurden die Gegenstände »in der Nähe des Hauses« eines 41-jährigen Tatverdächtigen gefunden. Ermittler hatten diesen am Mittwoch festgenommen. Laut Polizei wurden bei ihm bei einer zufälligen Kontrolle Drogen sowie Patronen für ein Sturmgewehr gefunden.

Zeugen gaben an, den Mann gesehen zu haben, wie er das Boot von Phillips und Pereira verfolgte. Im Boot des Mannes wurden später Blutspuren gefunden. Daraufhin begannen die Behörden, die Umgebung von dessen Haus zu durchforsten.

Der 57-jährige Phillips hatte für ein Buch über Gewalt gegen Indigene recherchiert. Für ein Jahr zog er sich aus der aktuellen Berichterstattung zurück, er hat ein Stipendium der amerikanischen Alicia-Patterson-Stiftung erhalten. In der Region, in der er mit dem Indigenen-Experten Pereira wahrscheinlich zu Tode kam, sind Goldgräber, Wilderer und Drogenbanden aktiv. Indigenen-Organisationen zufolge waren die Männer zuvor bedroht worden.

ala/Reuters/dpa
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