Sexpartys mit Prostituierten Strauss-Kahn in Zuhälterei-Prozess freigesprochen

Dominique Strauss-Kahn ist vom Vorwurf der Zuhälterei freigesprochen worden. Der Ex-Chef des IWF habe sich durch seine Teilnahme an Sexpartys mit Prostituierten nicht strafbar gemacht, entschieden die Richter.

Angeklagter Dominique Strauss-Kahn: "Weder ein Vergehen noch ein Verbrechen"
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Angeklagter Dominique Strauss-Kahn: "Weder ein Vergehen noch ein Verbrechen"


Der Strafgerichtshof in Lille hat das Urteil gegen Dominique Strauss-Kahn verkündet - und den ehemaligen Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) vom Vorwurf der organisierten Zuhälterei freigesprochen. In dem Prozess gegen Strauss-Kahn und 13 weitere Angeklagte ging es um zwölf Sexpartys in den Jahren 2008 bis 2011.

Zuhälterei wird in Frankreich deutlich weiter ausgelegt als in Deutschland und umfasst zum Beispiel auch Prostitution, die von Dritten bezahlt oder bei Sexpartys organisiert wird. Strauss-Kahn gab zu, an den Feiern teilgenommen zu haben.

Der 66-Jährige betonte aber, nicht gewusst zu haben, dass die beteiligten Frauen Prostituierte waren. Er habe sich "weder ein Vergehen noch ein Verbrechen" vorzuwerfen. Auch Staatsanwalt Frédéric Fèvre hatte in seinem Plädoyer argumentiert, Strauss-Kahn habe weder die Prostituierten bezahlt noch die Abende organisiert noch einen finanziellen Vorteil gehabt.

Staatsanwaltschaft wollte "DSK" gar nicht anklagen

Der nach einem Luxushotel benannte "Carlton"-Prozess stand vor allem wegen der pikanten Details über das Sexleben des ehemaligen Ministers in den Schlagzeilen. Prostituierte berichteten teils unter Tränen von den Abenden. Der Vorsitzende Richter Bernard sagte jedoch, das Gericht sei kein Hüter der Moral, sondern arbeite nach Maßgabe des Strafrechts.

Die Staatsanwaltschaft hatte sich schon im Juni 2013 dagegen ausgesprochen, Strauss-Kahn wegen Zuhälterei anzuklagen. Es gebe nicht ausreichend belastendes Material, hieß es damals. Die Untersuchungsrichter sahen dies aber anders und erhoben Anklage gegen den einstigen Spitzenpolitiker.

Wegen Vergewaltigungsvorwürfen hatte Strauss-Kahn 2011 seinen Posten als IWF-Chef räumen müssen. Der in Frankreich als "DSK" bekannte einstige Spitzenpolitiker musste auch seine Ambitionen aufgeben, 2012 für die Sozialisten als Präsidentschaftskandidat anzutreten.

wit/Reuters/dpa

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