Ehemaliger IWF-Chef Strauss-Kahn wird Zuhälterei-Prozess gemacht

Dominique Strauss-Kahn steht unter dem Verdacht der "schweren gemeinschaftlichen Zuhälterei". Jetzt ist klar: Der frühere IWF-Chef kommt um einen Prozess nicht herum.

Dominique Strauss-Kahn: Der frühere IWF-Chef kommt um einen Prozess nicht herum
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Dominique Strauss-Kahn: Der frühere IWF-Chef kommt um einen Prozess nicht herum


Paris - Dominique Strauss-Kahn wird in der Affäre um einen Callgirl-Ring der Prozess gemacht. Die Staatsanwaltschaft im nordfranzösischen Lille gab bekannt, keine Rechtsmittel gegen die Entscheidung von drei Untersuchungsrichtern einzulegen, Strauss-Kahn wegen "schwerer gemeinschaftlicher Zuhälterei" vor ein Strafgericht zu stellen. Bei den Vorwürfen geht es um Sex-Partys mit Prostituierten, an denen neben Strauss-Kahn auch ranghohe Polizisten und Geschäftsmänner teilgenommen haben sollen.

Die ermittelnden Untersuchungsrichter hatten am Freitag entschieden, Anklage gegen den früheren Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erheben. Sie setzten sich damit über einen Antrag der Staatsanwaltschaft vom Juni hinweg, das Verfahren mangels Beweisen einzustellen. Dagegen hätte die Staatsanwaltschaft Berufung einlegen können, worauf sie nun aber verzichtet. Die Behörde werde auch nicht gegen die Anklage gegen dreizehn weitere Beschuldigte in der Affäre vorgehen, sagte Staatsanwalt Frédéric Fèvre.

Strauss-Kahn bestreitet nicht, an den Sex-Partys in Luxushotels in den Jahren 2009, 2010 und 2011 teilgenommen zu haben. Der 64-jährige Franzose will aber nicht gewusst haben, dass es sich bei den Frauen um Prostituierte handelte. Gegen ihn war in der nach einem Luxushotel in Lille benannten Carlton-Affäre Ende März 2012 ein formelles Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

wit/AFP

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