Fünf Tote in Kalifornien Trump twittert zum falschen Amoklauf

Bei einem Amoklauf in den USA sind fünf Menschen gestorben. Präsident Trump wollte über Twitter sein Beileid bekunden - das ging schief.

AP

Ein Mann hat in einer kleinen Ortschaft in Nordkalifornien vier Menschen erschossen, bevor er selbst getötet wurde. Der mutmaßliche Schütze habe an verschiedenen Stellen in und um Rancho Tehama Reserve die Schüsse abgegeben, darunter auch an einer Grundschule und auf einer Straße, teilten die Behörden mit.

Mindestens zehn Menschen wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht, darunter zwei Kinder. Das Motiv des Mannes könnte möglicherweise ein seit Langem schwelender Streit mit Nachbarn sein, schrieben mehrere US-Medien. Der 43-jährige mutmaßliche Täter von Rancho Tehama Reserve wurde nach Angaben von Hilfssheriff Phil Johnston von Polizisten getötet. Nach Polizeiangaben hatte der Schütze drei Waffen bei sich.

US-Präsident Donald Trump bezeugte über Twitter sein Beileid, verwechselte dabei aber den Ort, wie das Magazin "People" bemerkte. "Möge Gott mit den Menschen in Sutherland Springs, Texas, sein. FBI und die Strafverfolgungsbehörden sind vor Ort", twitterte Trump kurz vor Mitternacht.

In Sutherland Springs in Texas hatte am 5. November ein 26-Jähriger in einer Kirche 26 Menschen erschossen. Trumps Tweet wurde mittlerweile gelöscht.

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Amoklauf in Kalifornien: Schüsse aus dem Auto

Nutzer des sozialen Netzwerks reagierten empört. "Das gibt's doch nicht. Ich dachte, die Leute machen Witze", schrieb einer. Doch nicht nur die Verwechslung sorgte für Kritik - sondern auch, dass Trump sich offenbar nicht die Mühe machte, neue Worte für die schreckliche Tat zu finden.

Vor zehn Tagen hat er sich zu dem Amoklauf von Sutherland Springs in beinah identischen Worten geäußert. "Haben Sie das einfach nur kopiert & eingefügt & vergessen die Stadt zu ändern?", fragte ein Nutzer.

Dass nicht noch mehr Menschen starben, liegt laut US-Medien an den Mitarbeitern der Grundschule. Sie haben der Zeitung "Sacramento Bee" zufolge geistesgegenwärtig reagiert und die Schule abgeriegelt, als sie Schüsse hörten.

Damit hätten sie eine Tragödie wie an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown im Staat Connecticut 2012 verhindert, wo ein 20-Jähriger 20 Kinder und sechs Lehrer erschoss. Eine Mitarbeiterin des Schulbezirks sagte dem "San Francisco Chronicle", an der Schule habe es Verletzte, aber keine Toten gegeben.

Schusswaffenangriffe dieser Art geschehen in den USA immer wieder und lösen regelmäßig eine ergebnislose politische Debatte über die laxen Waffengesetze aus. Trump zeigte sich in dieser Debatte bisher zurückhaltend: Nach dem Massaker in Las Vegas weigerte er sich, über schärfere Waffengesetze zu reden.

jpz/dpa/AFP



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