Doppelmord in Espelkamp Angeklagter zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt

Ein 53-Jähriger, der gestanden hat, seine Frau und seinen Schwager erschossen zu haben, ist zu einer lebenslanger Haftstrafe verurteilt worden. Das Gericht erkannte die besondere Schwere der Schuld.
Polizei und Spurensicherung am Tatort in Espelkamp (2021)

Polizei und Spurensicherung am Tatort in Espelkamp (2021)

Foto: Lino Mirgeler / dpa

Zwei Menschen starben im Sommer 2021 in einer Reihenhaussiedlung im nordrhein-westfälischen Espelkamp durch Schüsse. Ein Mann aus dem niedersächsischen Diepenau wurde angeklagt – und jetzt zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Nach Überzeugung des Landgerichts Bielefeld hat der 53-Jährige zuerst seinen Schwager und dann seine von ihm getrennt lebende Ehefrau erschossen.

Die Opfer waren rund hundert Meter voneinander entfernt aufgefunden worden. Der 48-jährige Mann war bereits tot, seine 52-jährige Schwester starb nach erfolglosen Wiederbelebungsversuchen vor Ort. Anwohner hatten vier Schüsse gehört.

Mit seiner Entscheidung folgte das Landgericht der Forderung der Staatsanwaltschaft und urteilte wegen zweifachen Mordes aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen. Der 53-Jährige hatte im Prozess die Taten gestanden. Demnach hatte er zuerst den Bruder seiner Frau in einem Haus in Espelkamp und dann die flüchtende Frau auf der Straße erschossen.

Besondere Schwere der Schuld

Als Motiv gab der Angeklagte Verzweiflung über die gescheiterte Ehe an. Sein Verteidiger hatte auf Totschlag plädiert. Die ungeplante Tat sei aus dem Ruder gelaufen. Diese Sicht teilte das Landgericht nicht.

Das Gericht stellte in seinem Urteil am Mittwoch die besondere Schwere der Schuld fest. Damit wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich zwar möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der verurteilte Mann mit türkischer Staatsbürgerschaft kann eine Überprüfung durch den Bundesgerichtshof in Karlsruhe beantragen (Aktenzeichen: 1 Ks 17/21).

ala/dpa