Dreifachmord an Kindern Gericht verurteilt Frau zu lebenslanger Haft

Sie betäubte die drei Kinder ihres Lebensgefährten, erstach sie und zündete dann die Wohnung an: Eine 30-Jährige ist in Dortmund wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht sprach von einem beispiellosen Fall.

Angeklagte vor dem Dortmunder Landgericht: Aus selbstsüchtigen Motiven gehandelt
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Angeklagte vor dem Dortmunder Landgericht: Aus selbstsüchtigen Motiven gehandelt


Dortmund - Weil sie ihrer Beziehung im Weg standen, hat eine Frau drei Kinder getötet. Für die Tat hat das Dortmunder Landgericht die 30-Jährige nun lebenslang ins Gefängnis geschickt. Die Schwurgerichtskammer stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen. "Diese Tat ist für uns ohne Beispiel", sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung.

Die Frau hatte im August 2012 die drei Kinder ihres Lebensgefährten mit einem Schlafmittel betäubt und dann in ihren Betten erstochen. Die brutale, skrupellose Ausführung und die rücksichtslose Gesinnung der 30-Jährigen erinnerten an schlimmste Gräueltaten in Bürgerkriegsgebieten, sagte der Vorsitzende Richter. Die Frau habe aus selbstsüchtigen Motiven gehandelt.

Die Angeklagte wollte demnach mit ihrem Lebensgefährten eine eigene Familie gründen. Dabei hätten die vier und zehn Jahre alten Jungen und das zwölfjährige Mädchen sie einfach gestört.

Nach der Bluttat hatte die 30-Jährige in der Wohnung Feuer gelegt, um die Spuren zu verwischen. In den Augen der Richter brachte sie damit sieben weitere Menschen in Lebensgefahr, die in dem Mehrfamilienhaus schliefen. "Auch das Schicksal dieser Personen war ihr egal", sagte der Vorsitzende Richter. Das Urteil lautete deshalb auf dreifachen Mord, siebenfachen Mordversuch und schwere Brandstiftung.

Die Angeklagte, die im Ermittlungsverfahren ihre Unschuld beteuert und im Prozess keine Angaben gemacht hatte, zeigte keine äußere Regung. Ihr Rechtsanwalt kündigte an, Revision einzulegen. Er hatte auf Freispruch plädiert.

wit/dpa

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