Verdacht auf Kokainhandel Razzia gegen Miri-Clan im Ruhrgebiet

Die Polizei in Dortmund meldet einen Schlag gegen einen kriminellen Clan in Nordrhein-Westfalen. Die Ermittler nahmen mehrere Tatverdächtige fest. Der Clan-Chef soll sich nach Spanien abgesetzt haben.
Polizeibeamte (Archivbild)

Polizeibeamte (Archivbild)

Foto: Boris Roessler/ DPA

Bei einer Clan-Razzia im Ruhrgebiet haben Einsatzkräfte am frühen Morgen 21 Objekte in Dortmund und angrenzenden Städten durchsucht. Es gehe um bandenmäßigen Handel mit Kokain im zweistelligen Kilogramm-Bereich und Verstöße gegen das Waffengesetz im Bereich der Organisierten Kriminalität, sagte eine Sprecherin der federführenden Polizei Dortmund.

Betroffen waren nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei Objekte des Miri-Clans und weiterer Tatverdächtiger in Dortmund (18 Durchsuchungen), Werl (2) und Bochum (1).

Laut Mitteilung  wurden sieben Haftbefehle gegen die Führungsebene des Clans vollstreckt und Beweismittel gesichert. Gefunden wurden demnach auch geringe Mengen an Drogen. Der 35 Jahre alte Clan-Chef habe sich allerdings nach Spanien abgesetzt und konnte dort nicht wie geplant festgenommen werden, sagte der ermittelnde Staatsanwalt Thomas Manthei. Nach dem Clan-Chef werde weiter mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Ermittlungen laufen seit 2020

Das Verfahren gegen die mutmaßlichen Kokainhändler läuft den Angaben der Ermittler seit Oktober 2020. Nach umfangreichen Auswertungen verschlüsselter Chats, mit denen sich die Bandenmitglieder über ihre Drogengeschäfte ausgetauscht haben sollen, erfolgte am Donnerstagmorgen der Zugriff. Der Staatsanwalt geht davon aus, dass die kriminelle Gruppe insgesamt zwölf Personen umfasse. Ihnen wird bandenmäßiger Handel mit Kokain vorgeworfen. Dafür sollen sie in Dortmund und Werl jeweils ein Zwischenlager betrieben haben.

Die Drogen sollen sie selbst hergestellt und als angeblich peruanisches und damit gewinnbringenderes Kokain weiterverkauft haben. Insgesamt seien sieben Männer im Alter zwischen 26 und 45 Jahren festgenommen worden. Ein ebenfalls mutmaßlich an den Drogengeschäften beteiligter Bruder des Clan-Chefs sollte noch am Donnerstag aus Albanien ausgeliefert werden.

Erst vor gut zwei Wochen hatte es eine große Razzia gegen Angehörige eines anderen Clans unter anderem in Leverkusen gegeben.

wit/ptz/dpa