Dortmund Schüler soll weiteren Anschlag auf Lehrer geplant haben

Im Ruhrgebiet sollen drei Schüler einen Lehrer in einen Hinterhalt gelockt haben, um ihn zu töten. Die Ermittler glauben nun, dass der 16-jährige mutmaßliche Haupttäter noch einen weiteren Versuch plante.


Weil er sich ungerecht behandelt fühlte, lockte er seinen Lehrer offenbar in einen Hinterhalt: Nahe einer Dortmunder Schule soll ein 16-Jähriger mit zwei weiteren Jugendlichen einem Pädagogen aufgelauert haben - um ihn zu töten. Dieser Versuch scheiterte, doch der mutmaßliche Haupttäter wollte es dabei laut Staatsanwaltschaft offenbar nicht belassen.

Laut Polizei hatte der Hauptverdächtige am 9. Mai für seinen ersten Anschlagsplan einen 17-jährigen Mitschüler und einen 18-jährigen Bekannten angestiftet, den Lehrer gemeinsam mit Hammerschlägen zu töten - und dafür einen Kreislaufkollaps auf einem Garagenhof bei der Schule vorgetäuscht. Der Lehrer war jedoch stutzig geworden und entging so der Falle.

Nach dem Vorfall habe der Jugendliche die Tat "noch mal durchziehen" wollen, sagte der Dortmunder Staatsanwalt Felix Giesenregen. Der mutmaßliche Haupttäter habe dafür erneut Mitstreiter gesucht, das habe die Auswertung des Handys des Teenagers ergeben. Ein genaues Datum sei noch nicht vereinbart worden, allerdings sei der 13. Mai für einen weiteren Tatanlauf ins Auge gefasst worden.

Wieder auf freiem Fuß

Nur zwei Tage zuvor, am 11. Mai, waren bei einem Elternsprechtag die Anschlagspläne auf den Lehrer an der Martin-Luther-King-Gesamtschule im Stadtteil Dorstfeld bekannt geworden. Am 13. Mai informierte die Schule schließlich auch die Polizei - diese kam einem weiteren Anschlagsversuch so wohl zuvor.

Die Beamten nahmen die drei Jugendlichen zunächst fest, sie sind jedoch alle wieder auf freiem Fuß. Ob der Hauptverdächtige für den zweiten Anlauf dieselben Teenager anstiften wollte, ist bislang noch nicht klar. Auch ist über die genauen Pläne für den möglichen zweiten Versuch nichts Näheres bekannt.

Der Vorfall beschäftigt an der Schule viele, Schulpsychologen leisteten in der vergangenen Woche Hilfe. Das Geschehen sei auch für jemanden, der schon lange an einer Schule tätig ist, nur schwer zu verstehen, sagte ein Sprecher der Bezirksregierung in Arnsberg. Der betroffene Lehrer sei momentan nicht im Dienst.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der 16-Jährige noch mit weiteren Straftaten in Verbindung steht. Die Auswertung der Handykommunikation bringe ihn mit Delikten wie Sachbeschädigung und Brandstiftung in Verbindung, sagte Staatsanwalt Giesenregen. Der Jugendliche sei genauso wie einer der mutmaßlichen Komplizen von der Schule suspendiert. Der dritte verdächtige Teenager ging laut Bezirksregierung nicht auf die Martin-Luther-King-Gesamtschule.

apr

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