Dortmund Schüler wegen versuchten Mordes an Lehrer angeklagt

Mit Hammerschlägen wollten zwei Dortmunder Gesamtschüler und ein Bekannter mutmaßlich einen Lehrer töten. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die Verdächtigen erhoben.


Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat einen 16-Jährigen und zwei seiner Komplizen angeklagt, weil sie mutmaßlich den Mord an einem Lehrer geplant haben sollen. Das meldeten Staatsanwaltschaft und Polizei in einer gemeinsamen Mitteilung.

Der 16-Jährige hatte seinen Lehrer offenbar in einen Hinterhalt nahe einer Dortmunder Schule gelockt - wohl um ihn zu töten. Dieser Versuch scheiterte, doch der mutmaßliche Haupttäter wollte es dabei laut Staatsanwaltschaft nicht belassen. Grund für die geplante Gewalttat war offenbar, dass der Schüler sich ungerecht benotet gefühlt hatte und drohte sitzen zu bleiben.

Laut Polizei hatte der Hauptverdächtige am 9. Mai für seinen ersten Anschlagsplan einen 17-jährigen Mitschüler und einen 18-jährigen Bekannten angestiftet, den Lehrer gemeinsam mit Hammerschlägen zu töten - und dafür einen Kreislaufkollaps auf einem Garagenhof bei der Schule vorgetäuscht. Der Lehrer war jedoch stutzig geworden und entging so der Falle.

Einige Tage nach dem Scheitern des ersten Versuchs wurde bekannt, dass der Jugendliche die Tat offenbar "noch mal durchziehen" wollte. Dafür habe der Schüler erneut Mitstreiter gesucht.

Laut WDR haben die beiden älteren Jugendlichen inzwischen gestanden, dass sie den Lehrer töten wollten. Der 16-Jährige bestreitet die Vorwürfe demnach.

Die Ermittler gehen davon aus, dass er noch mit weiteren Straftaten in Verbindung steht. Die Auswertung der Handykommunikation bringe ihn mit Delikten wie Sachbeschädigung und Brandstiftung in Verbindung, sagte Staatsanwalt Giesenregen. Der Jugendliche sei genauso wie einer der mutmaßlichen Komplizen von der Schule suspendiert. Der dritte verdächtige Teenager ging laut Bezirksregierung nicht auf die Martin-Luther-King-Gesamtschule.

Der Lehrer hatte sich nach den Vorfällen geäußert. In einem Facebook-Post rief er dazu auf, sich nicht an "rechter Hetze" zu beteiligen. Die versuchte Gewalttat gegen ihn sei "eine Frage des Charakters" und habe nichts mit "Migrationshintergrund oder Religion" zu tun.

fek



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