Urteil des Amtsgerichts Dortmund Waffenarsenal in der Wohnung – Haftstrafe für 69-Jährigen

Ein Waffensammler aus Dortmund ist zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Der Mann hatte laut Gericht ein »riesiges Sammelsurium« an Waffen, Munition, Sprengstoff und Waffenteilen gehortet.
Angeklagter mit seinem Verteidiger in Dortmund (März 2022)

Angeklagter mit seinem Verteidiger in Dortmund (März 2022)

Foto: Bernd Thissen / dpa

Weil in seiner Dortmunder Wohnung große Waffen- und Munitionsbestände entdeckt wurden, ist ein 69-Jähriger zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Das Amtsgericht sprach den Rentner am Montag wegen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, gegen das Waffenrecht und das Sprengstoffgesetz schuldig, wie ein Sprecher mitteilte.

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe am ersten Verhandlungstag Mitte März weitgehend eingeräumt. Demnach gestand der Angeklagte auch den Besitz einiger Waffen, die eigentlich nicht ihm gehörten – womöglich, um einen Freund zu decken, wie der Gerichtssprecher sagte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, eine Revision oder Berufung ist möglich.

256 Kilogramm Munition

Im September 2020 war bei dem Mann ein großes Arsenal unter anderem mit Sprengstoff, Waffen und Munition gefunden worden. Die Durchsuchung seiner Wohnung, einer Garage sowie einer Lagerhalle hatte neun Tage gedauert.

Sichergestellt wurden damals zahlreiche Pistolen, Gewehre, Revolver sowie mehr als ein Dutzend Maschinenpistolen. In der Garage waren die Beamten auf 256 Kilogramm Munition gestoßen. In der Wohnung fanden sie acht Kilogramm Sprengstoff TNT. Die Liste der Fundstücke umfasste auch alte Waffenteile wie abgesägte Läufe und Verschlüsse von Kriegswaffen.

Im Prozess habe sich gezeigt, dass es sich bei dem Angeklagten um einen Sammler handele, der Waffen und Waffenteile unter chaotischen Bedingungen gehortet habe, erläuterte der Gerichtssprecher. Es hätten sich aber keine Hinweise ergeben, dass der Mann Verbindungen in extremistische Kreise hatte oder mit den Waffen Handel betreiben wollte.

Insgesamt habe der Mann ein »riesiges Sammelsurium« an Waffen, Munition, Sprengstoff und Waffenteilen gehortet. Zum Teil seien die verbotenen Sammelstücke auch verrostet oder in schlechtem Zustand gewesen. »Der Mann hat alles an Waffen gesammelt, was er in die Finger bekommen hat«, sagte der Gerichtssprecher.

wit/dpa/AFP
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