Drama nach Kündigung Mann schießt auf Ex-Kollegen und tötet sich selbst

In einer Firma in Baden-Württemberg hat sich ein blutiges Drama abgespielt. Ein Mann, dem im Dezember gekündigt worden war, drang in das Gebäude ein. Er feuerte mit einer Pistole auf zwei Mitarbeiter. Dann erschoss er sich selbst.

Rudersberg - Zwei ehemalige Kollegen des Mannes wurden mit schweren Schussverletzungen an den Beinen ins Krankenhaus gebracht. Zur Tatzeit sollen sich über 100 Menschen in der Produktionshalle aufgehalten haben. Die Ermittler vermuten als Motiv die Entlassung des 38-Jährigen.

Den Angaben zufolge drang der Täter mittags in die Produktionshalle ein, richtete eine Neun-Millimeter-Pistole auf die Arbeiter und gab mindestens elf Schüsse ab. Anschließend rannte er in ein Nebengebäude und fügte sich selbst tödliche Schussverletzungen zu. Unklar blieb zunächst, wie der Mann auf das Firmengelände gelangte und woher er die Waffe hatte.

Bei dem Täter handelte es sich um einen ehemaligen Produktionsmitarbeiter, der Ende 2004 seine Kündigung erhalten hatte. Ob er wahllos um sich schoss oder gezielt die zwei Arbeiter angriff, blieb zunächst offen. Ein Polizeisprecher verwies auf Zeugenvernehmungen, die noch nicht abgeschlossen seien. Lebensgefahr bestand bei den Verletzten nicht.

Nach Angaben der Firma Weru, wo sich das Drama ereignete, war dem Mitarbeiter zum 31. Mai 2005 im Rahmen eines Sozialplans gekündigt worden. Dabei sei ihm der Übertritt in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft angeboten worden, was er jedoch abgelehnt habe. Bei seinen Kollegen habe der 38-Jährige als Einzelgänger gegolten, der keine sozialen Kontakte im Unternehmen pflegte.

Das Unternehmen stellte für den Rest des Tages die gesamte Produktion ein. Die Mitarbeiter wurden von einem Notfall-Seelsorgeteam betreut. Die Firma produziert Fenster und Türen und beschäftigte laut Geschäftsbericht Ende 2004 insgesamt 963 Mitarbeiter, darunter 512 in Rudersberg. Im vergangenen Jahr wurde ein Kostensenkungspaket geschnürt, das auch Stellenstreichungen enthielt.

Tanja Wolter, ddp