Drehbeginn 2011 Eichinger verfilmt Kampusch-Entführung

"Erzählen, was wirklich geschehen ist", will Produzent Bernd Eichinger und die Entführung und Flucht von Natascha Kampusch verfilmen. Das einstige Entführungs-Opfer habe einer "behutsamen" Umsetzung zugestimmt. Beginnen sollen die Dreharbeiten 2011.

DPA

München/Wien - Die Geschichte der RAF hat er verfilmt und die letzten Tage im Leben Hitlers. Jetzt will Produzent Bernd Eichinger den Entführungsfall Natascha Kampusch auf die Leinwand bringen: Die Produktionsfirma Constantin Film und Eichinger hätten sich mit der heute 22-Jährigen geeinigt, die Geschichte ihrer Gefangenschaft in einem Kinofilm zu erzählen, teilte die zuständige PR-Agentur am Donnerstag mit. Die Dreharbeiten sollen 2011 beginnen, 2012 werde der Film in die Kinos kommen, hieß es.

Kampusch war 1998 im Alter von zehn Jahren entführt und bis 2006 in einem Kellerverlies bei Wien festgehalten worden. Nach achteinhalb Jahren gelang ihr die Flucht. Ihr Entführer nahm sich anschließend das Leben. Die junge Frau hat mittlerweile ihre Schulausbildung abgeschlossen und plant ihrem Sprecher zufolge eine weitere Ausbildung.

Kampuschs Sprecher, Wolfgang Brunner, sagte, Details über das Filmprojekt würden frühestens im Herbst bekanntgegeben. Über die Darsteller sei noch nicht verhandelt worden. Die Entscheidung der Wienerin, ihre Geschichte auf die Leinwand zu bringen, kommentierte der Sprecher: "Sie hat in der Vergangenheit immer gesagt, es ist zu früh, und jetzt ist sie so weit." Weitere Einzelheiten zu dem Inhalt des Vertrages wollte er nicht bekanntmachen.

Kampusch selbst sagte: "Viele einfühlsame Zusendungen der letzten Jahre haben mich dazu bewegt, mein Schicksal verfilmen zu lassen." Sie sei froh, dass sich nun "eine außergewöhnliche Gelegenheit bietet, meine Geschichte in behutsamer Weise auf die Leinwand zu bringen". Dokumentarfilmemacher und Journalist Peter Reichard habe zusammen mit Eichinger das Drehbuch entwickelt, hieß es. Reichard hatte Natascha schon über Monate hinweg für eine ARD-Reportage begleitet.

"Peter Reichard und mir geht es darum, dass nach all den Medienspekulationen und Politskandalen, die der Entführungsfall Natascha Kampusch ausgelöst hat, erzählt wird, was wirklich geschehen ist", sagte Eichinger ("Der Untergang", "Der Baader Meinhof Komplex").

otr/dpa/ddp/apn

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