Dreifach-Mord in Sachsen 35-Jähriger als Tatverdächtiger verhaftet

Im Fall des dreifachen Mords in Sachsen sind neue Details bekannt geworden. Die Polizei hat einen 35-Jährigen festgenommen. Er soll innerhalb von 90 Minuten an drei Orten im Vogtland seine Ex-Freundin, seinen Ex-Chef und seinen Ex-Schwager erschossen haben.


Plauen - Der Mann wurde laut einer Polizeisprecherin nach elfstündiger Flucht am Abend in der Nähe von Klingenthal, etwa 20 Kilometer vom letzten Tatort entfernt, festgenommen. Er habe eine Pistole bei sich gehabt. Ob es sich um die Tatwaffe handelt, müsse noch untersucht werden.

Der Mann wird derzeit vernommen und soll am Samstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Sein Motiv ist laut der Polizei noch nicht bekannt. Die Ermittler gehen aber von einer Beziehungstat aus. Die Staatsanwaltschaft Zwickau/Plauen und die Polizeidirektion Südwestsachsen haben für Samstagmorgen eine Pressekonferenz angekündigt. Nach einem Bericht der "Augsburger Allgemeinen" soll der Mann einen Rachefeldzug gestartet haben.

Die Leichen der 25, 35 und 40 Jahre alten Opfer waren mit Schussverletzungen aufgefunden worden. Der geschiedene Mann war mit dem roten Golf seiner Ex-Freundin geflüchtet. Das Auto war kurz vor seiner Festnahme von einem Polizeihubschrauber in einem Waldgebiet östlich von Plauen entdeckt worden. Der Fahrer, der beim Bemerken der Polizei weiter zu Fuß flüchtete, wurde wenig später von einem Spezialeinsatzkommando etwa acht Kilometer entfernt auf einer Straße festgenommen.

Fahndung mit 250 Polizeibeamten

Die junge Frau war um 6.30 Uhr in der Nähe von Adorf leblos an einer Straße entdeckt worden. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Etwa eine halbe Stunde später wurden Schüsse aus dem rund 13 Kilometer entfernten Werda, wo der Täter wohnte, gemeldet. Dort kam der Chef des mutmaßlichen Täters vor seinem Wohnhaus zu Tode. Kurz nach 8.00 Uhr ging die Meldung über einen toten 40- Jährigen im Treppenhaus eines Wohnhauses in Plauen ein. Dabei handelt es sich nach Polizeiangaben um den Bruder der geschiedenen Frau des mutmaßlichen Täters.

In Werda, dem zweiten Tatort, war der rote Golf mit Fahrer von Zeugen gesehen worden. Diese konnten sich das Kennzeichen merken. An der Fahndung waren insgesamt 250 Polizeibeamte beteiligt. Da eine eventuelle Grenzüberschreitung des Tatverdächtigen nach Tschechien nicht ausgeschlossen werden konnte, kooperierten die sächsischen Stellen auch mit der Polizei in Tschechien.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.