Großeinsatz in Dresden Unbekannte brechen ins Grüne Gewölbe ein - und stehlen historische Kunstschätze

In Dresden sind Diebe ins Grüne Gewölbe des Residenzschlosses eingedrungen. Dem sächsischen Innenminister zufolge erbeuteten die Täter "Kunstschätze von unermesslichem Wert".
Ermittlerin in der Dresdner Altstadt: "Nicht nur die Kunstsammlungen wurden bestohlen"

Ermittlerin in der Dresdner Altstadt: "Nicht nur die Kunstsammlungen wurden bestohlen"

Foto: Matthias Rietschel/ REUTERS

In Dresdens Schatzkammer Grünes Gewölbe ist am frühen Montagmorgen eingebrochen worden. Der Einbruch betreffe den historischen Teil der wertvollen Sammlung, teilte die Polizei mit. Darin befinden sich Juwelengarnituren und wertvolle Kunstobjekte.

Die Schadenshöhe ist den Ermittlern zufolge noch unklar. Die Räume des Museums sind eigentlich streng gesichert. Die Polizei sperrte nach dem Einbruch sowohl einen Teil der Schatzkammer ab als auch die gegenüberliegende Schinkelwache, die Kasse der Semperoper.

Innenminister Roland Wöller sprach davon , mehrere unbekannte Täter hätten "Kunstschätze von unermesslichem Wert" gestohlen. Zudem sei der immaterielle Wert der Beute "unschätzbar für den Freistaat Sachsen". Der CDU-Politiker bezeichnete die Tat als "Anschlag auf die kulturelle Identität aller Sachsen".

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Grünes Gewölbe: Die Schatzkammer Sachsens

Die Polizei arbeite mit Hochdruck an der Lösung des Falles, sagte Wöller. Zu diesem Zweck sei eine Sonderkommission gebildet worden.

Die Polizei teilte auf Twitter mit, man könne zur Beute noch keine genaueren Angaben machen. Die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes sei in dem Museum noch im Einsatz und untersuche den Tatort. Details über den bisherigen Ermittlungsstand wollen die Ermittler im Laufe des Tages bekannt geben.

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Die "Bild"-Zeitung berichtete , der Schaden gehe in die Millionen. Angeblich hätten die Kriminellen historischen Schmuck, Diamanten und weitere Edelsteine gestohlen. Zuvor sollen sie die Stromzufuhr zum Grünen Gewölbe lahmgelegt haben, indem sie einen Stromkasten unter einer Brücke in Brand steckten.

Eine Bestätigung dafür seitens der Ermittler gibt es bislang nicht. Eine Sprecherin des Energieversorgers Drewag bestätigte jedoch das Feuer unter der Brücke. "Die Drewag musste den Schaltkasten außer Betrieb setzen", sagte sie.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zeigte sich in einer ersten Stellungnahme bestürzt. "Nicht nur die Staatlichen Kunstsammlungen wurden bestohlen, sondern wir Sachsen", sagte der CDU-Politiker. "Die Werte, die im Grünen Gewölbe und im Residenzschloss zu finden sind, sind von den Menschen im Freistaat Sachsen über viele Jahrhunderte hart erarbeitet worden."

"Man kann die Geschichte unseres Landes, unseres Freistaates nicht verstehen ohne das Grüne Gewölbe und die Staatlichen Kunstsammlungen Sachsens", sagte Kretschmer. Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) und Museumsdirektor Dirk Syndram von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden besichtigten den Tatort am Vormittag von außen.

Das Historische Grüne Gewölbe im Residenzschloss ist das barocke Schatzkammermuseum der sächsischen Kurfürsten und Könige. In zehn prachtvoll ausgestatteten Räumen beherbergt es rund 3000 Schmuckstücke und andere Meisterwerke aus Gold, Silber, Edelsteinen, Elfenbein und anderen wertvollen Materialien. Ihren Namen verdanken die Räume malachitgrünen Abfärbungen einzelner Bauteile.

Das kostbarste Stück fehlt nicht

Anlegen ließ die Schatzkammer Sachsens Kurfürst August der Starke zwischen 1723 und 1730. Im Zweiten Weltkrieg wurden das Residenzschloss und mit ihm Teile des Grünen Gewölbes weitgehend zerstört. Die Rote Armee beschlagnahmte die ausgelagerten Kostbarkeiten und brachte sie nach Moskau, erst 13 Jahre später kehrte die Sammlung zurück. Anfang des 21. Jahrhunderts wurde die Kammer vollständig rekonstruiert. Seit 2006 ist sie für die Öffentlichkeit zugänglich.

Heute wird die weltberühmte Schatzkammer in zwei Abteilungen präsentiert: Der historische Teil befindet sich im Erdgeschoss des Dresdner Residenzschlosses in den wiederhergestellten Räumen der Sammlung. Eine Etage weiter oben zeigt das Neue Grüne Gewölbe besondere Einzelstücke.

Eines der wertvollsten Stücke des Grünen Gewölbes wird derzeit im Metropolitan Museum of Art in New York ausgestellt - der Grüne Diamant. Das Hut-Schmuckstück mit dem einzigartigen Stein von 41 Karat und natürlicher Färbung gilt als spektakulärste Leihgabe der Ausstellung "Making Marvels: Science and Splendor at the Courts of Europe" des Metropolitan Museum of Art.

mxw/dpa/AFP
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