Dresden Mitglieder und Unterstützer der »Gruppe Freital« verurteilt

Sie waren an Taten der rechtsextremen »Gruppe Freital« beteiligt oder unterstützten sie: Drei Männer und eine Frau sind in Dresden schuldig gesprochen worden. Es ist nicht der letzte Prozess in dem Zusammenhang.
Die Angeklagten im Oberlandesgericht Dresden

Die Angeklagten im Oberlandesgericht Dresden

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Das Oberlandesgericht Dresden hat vier Personen im Zusammenhang mit der rechtsextremen »Gruppe Freital« verurteilt. Ein wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung angeklagter 27-Jähriger erhielt eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren. Zwei weitere Mitglieder wurden zu jeweils zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Eine wegen Unterstützung der Gruppe angeklagte Frau erhielt eine Strafe von sechs Monaten auf Bewährung.

Bereits 2018 hatte das Oberlandesgericht Dresden die Haupttäter der Gruppe zu Freiheitsstrafen zwischen vier und zehn Jahren verurteilt.

Anschlag auf das Auto eines Linkenstadtrats

Der nun verurteilte 27-Jährige war nach Überzeugung der Richter an Anschlägen auf das Auto eines Linkenstadtrats und ein Parteibüro in Freital beteiligt. Vom Vorwurf der Beihilfe zum Sprengstoffanschlag auf eine bewohnte Asylbewerberunterkunft wurde er freigesprochen.

Ein 53-Jähriger wurde wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und Sachbeschädigung schuldig gesprochen, ein 31-Jähriger wegen Sachbeschädigung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Eine 31-Jährige, die damals mit einem der bereits verurteilten Haupttäter verlobt war, wurde ebenfalls wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verurteilt.

Damit endete der zweite Prozess im Zusammenhang mit der »Gruppe Freital«. Die Rechtsextremisten hatten von Sommer bis Anfang November 2015 in der Kleinstadt südwestlich von Dresden und Umgebung Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und politische Gegner in Freital verübt.

Sieben Männer und eine Frau, darunter die Rädelsführer, waren im März 2018 zu teils langen Freiheitsstrafen verurteilt worden, teils wegen versuchten Mordes oder Beihilfe dazu. Seit 4. Februar läuft der dritte Prozess zu dem Komplex, angeklagt sind zwei Männer und eine Frau.

bbr/dpa/AFP
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