Dresden Mutmaßliche S-Bahn-Schubser vor Gericht

Zwei Männer sollen in Dresden einen Mann auf die Gleise gestoßen haben - vor einen herannahenden Zug. Der Fall löste bundesweit Empörung aus. Nun stehen die Angeklagten vor Gericht.

Landgericht Dresden
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Landgericht Dresden


Vor dem Landgericht Dresden müssen sich zwei Männer verantworten, die einen Pendler vor eine S-Bahn geschubst haben sollen. Die Staatsanwaltschaft wirft den 24 und 27 Jahre alten Asylbewerbern versuchten Totschlag vor.

Sie sollen den 41-jährigen Familienvater aus Dresden Mitte März an einem Dresdner S-Bahnhof angegriffen, auf die Gleise gestoßen und nicht mehr zurück auf den Bahnsteig gelassen haben. Der Anklage zufolge warfen sie auch noch ein Fahrrad nach ihm. Eine einfahrende S-Bahn aus Pirna habe eine Gefahrenbremsung einleiten müssen, um den 41-Jährigen nicht zu erfassen.

Das Opfer leidet nach wie vor an den Folgen. Der Mann sei schwer traumatisiert, deshalb sei noch unklar, ob er überhaupt als Zeuge vernommen werden könne, sagte seine Anwältin beim Prozessauftakt. Ihr Mandant, der als Nebenkläger auftritt, werde am Freitag von einem psychiatrischen Sachverständigen untersucht.

Verdächtige wurden nicht sofort verhaftet

Der Fall hatte bundesweit Empörung ausgelöst, weil die beiden Verdächtigen nach der Tat nicht sofort verhaftet worden waren, obwohl die Polizei sie in unmittelbarer Nähe gefasst hatte. Die Staatsanwaltschaft begründete das später mit einem Versehen.

Die Männer waren bereits wegen kleinerer Delikte bekannt. Sie kündigten an, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Am ersten Sitzungstag wurde nur der Lebenslauf des 24-Jährigen erörtert.

jpz/dpa

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