Drogenboss vor Anhörung "El Chapo" leidet angeblich unter Gedächtnisschwund

Der berüchtigte Kartell-Chef Joaquín Guzmán sitzt in Einzelhaft. Kurz vor einer gerichtlichen Anhörung erklärte sein Anwalt, der "Chapo" leide an Depressionen, Gedächtnisschwäche und "Halluzinationen des Gehörs".

Joaquín Guzmán, alias "El Chapo", bei seiner Auslieferung in die USA
AFP/INTERIOR MINISTRY OF MEXICO

Joaquín Guzmán, alias "El Chapo", bei seiner Auslieferung in die USA


Der mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán wird zu einer Anhörung am New Yorker Bundesgericht erwartet. Sein Anwalt erklärte im Vorfeld der Sitzung, die Haft in einem New Yorker Hochsicherheitsgefängnis mache Guzmán zu schaffen.

Der Kartellboss leide an Depressionen sowie "Halluzinationen des Gehörs". Zudem könne er sich immer schlechter an Menschen, Orte und Ereignisse erinnern, hatte Eduardo Balarezo bereits vergangene Woche mitgeteilt.

Die Verteidigung hat eine neuropsychologische Untersuchung Guzmáns beantragt. Um verurteilt werden zu können, müsse ein Angeklagter zurechnungsfähig sein und zu seiner eigenen Verteidigung beitragen können, begründete Balarezo unter Verweis auf entsprechende Rechtsprechung.

Die Staatsanwaltschaft hat gegen eine neuropsychologische Untersuchung nichts einzuwenden, lehnt aber einen persönlichen Arztbesuch aus Sicherheitsgründen ab.

Der anstehende Gerichtstermin ist bereits die vierte Anhörung vor dem Prozess, der voraussichtlich am 16. April 2018 im Bezirk Brooklyn beginnen soll. Die US-Regierung wirft dem in 17 Punkten angeklagten Guzmán vor, für den Tod Tausender Menschen und den Schmuggel Tausender Tonnen Drogen in die USA verantwortlich zu sein.

Guzmán war im Januar von den mexikanischen Behörden an die USA ausgeliefert worden. Dem früheren Chef des Sinaloa-Kartells droht lebenslange Haft. Mit seinen kriminellen Geschäften soll Guzmán mehr als 14 Milliarden Dollar verdient haben - weder die mexikanischen noch die US-Sicherheitsbehörden konnten bisher ermitteln, wo sich das Geld befindet.

Guzmán wird am Mittwoch erstmals vor Gericht von Balarezo vertreten, der viel Erfahrung mit Prozessen rund um Drogenschmuggel hat und der im September zwei Pflichtverteidiger ablöste. Drei weitere Anwälte, die den Fall auf sich nehmen wollten, vertreten Guzmán bisher nicht.

ala/dpa

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