Drogenboss in Haft "El Chapo" kämpft um Ohrstöpsel

Der verurteilte Drogenboss Joaquín Guzmán ist unzufrieden mit seinen Haftbedingungen. Er bittet um bessere Unterbringung - und Ohrstöpsel.

"El Chapo" nach seiner Festnahme im Jahr 2016 in Mexiko-Stadt
Henry Romero/ REUTERS

"El Chapo" nach seiner Festnahme im Jahr 2016 in Mexiko-Stadt


Der mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán ist mit einem Antrag auf gelockerte Haftbedingungen gescheitert. Der New Yorker Richter Brian Cogan wies das zurück und begründete das mit der hohen Fluchtgefahr. Es sei plausibel, dass der einstige Anführer des Sinaloa-Kartells erneut aus dem Gefängnis fliehen wolle. Die strikten Haftbedingungen seien weder übertrieben noch willkürlich.

Guzmán war am 12. Februar nach einem dreimonatigen Mammutverfahren in New York verurteilt worden. Die Geschworenen befanden ihn in sämtlichen Anklagepunkten für schuldig. Laut Klageschrift soll das Sinaloa-Kartell unter seiner Führung zwischen 1989 und 2014 fast 155 Tonnen Kokain und große Mengen andere Drogen in die USA geschmuggelt haben.

Fotostrecke

19  Bilder
Joaquín "El Chapo" Guzmán: Das Urteil gegen den Drogenboss

Der 62-Jährige sitzt derzeit in einer fensterlosen Einzelzelle in einem Hochsicherheitsgefängnis im Süden von Manhattan. Er beantragte, sich jeden Tag mindestens zwei Stunden im Freien in einem Gefängnishof aufhalten zu dürfen. Erlaubt sind ihm derzeit nur eine Stunde Bewegung in einer anderen Gefängniszelle. Sein Anwalt nannte das "unnatürlich und unmenschlich".

Guzmán verlangte auch Zugang zum Gefängnisladen, in dem andere Häftlinge einkaufen dürfen. Richter Cogan lehnte dies mit der Begründung ab, dass viele dort verkaufte Gegenstände als Waffen eingesetzt werden könnten.

Ohrstöpsel für guten Schlaf

Guzmán forderte zudem Ohrstöpsel. Seine Anwälte gaben an, er brauche sie gegen Ohrenschmerzen und für guten Schlaf. Auch das lehnte der Richter ab. Der einstige Drogenboss müsse jederzeit Anweisungen von Wärtern oder Alarmsignale hören können.

Das Strafmaß in dem Fall soll am 25. Juni verkündet werden. Guzmán droht lebenslange Haft. Der Drogenboss war in der Vergangenheit zweimal aus mexikanischen Hochsicherheitsgefängnissen ausgebrochen. Er wurde schließlich 2016 gefasst und ein Jahr später an die USA ausgeliefert.

jpz/AFP/Reuters

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.