Mexiko Marine nimmt Drogenboss "El Taliban" fest

Die Zetas sind eines der mächtigsten Drogenkartelle Mexikos, und Ivan Velazquez Caballero gilt als führender Kopf der Bande. Nun ist "El Taliban" offenbar gefasst worden - er war einer der meistgesuchten Verbrecher des Landes.

Mexiko-Stadt - Ivan Velazquez Caballeros Ergreifung war den Behörden 1,8 Millionen Euro wert - dieses Kopfgeld war auf "El Taliban" ausgesetzt. Nun ist Caballero, einer der meistgesuchten Drogenbosse Mexikos, gefasst worden. Der Festgenommene habe sich als Ivan Velazquez Caballero ausgegeben, und man gehe davon aus, dass das stimme, teilte die mexikanische Marine mit.

Eine Eliteeinheit fasste die Führungsfigur des Kartells Los Zetas in der Stadt San Luis Potosí im gleichnamigen Bundesstaat. Dort tobt seit Monaten ein blutiger Machtkampf zwischen rivalisierenden Gruppen innerhalb der Organisation. Zuvor hatten Marinesoldaten im Bundesstaat Nuevo León an der Grenze zu den USA 18 weitere mutmaßliche Mitglieder der Zetas gefasst. Bei dem Einsatz kam es zu einer Schießerei.

Die Festnahme gilt als bedeutender Schlag gegen die Drogenmafia. Die Zetas sind eines der mächtigsten Kartelle Mexikos, die Bande hat große Teile des Nordens und Ostens im Griff. Das von früheren Elitesoldaten gegründete Kartell ist bekannt dafür, seine Feinde zu köpfen und zu zerstückeln. Es wurde ursprünglich als bewaffneter Arm des Golf-Kartells gegründet. Vor ein paar Jahren sagten sich die Zetas von ihren früheren Auftraggebern los. Seither herrscht zwischen den beiden Banden ein blutiger Krieg um die Kontrolle der Schmuggelrouten in die USA.

Caballero, auch "Z-50" genannt, war zudem in einen blutigen Machtkampf mit einer anderen Führungsfigur der Zetas, Miguel Angel Treviño Morales alias "Z-40" verstrickt. In den vergangenen Tagen waren laut BBC Berichte aufgetaucht, wonach Caballero zum Golf-Kartell übergelaufen sein soll.

Machtkampf innerhalb des Kartells

Das Zerwürfnis zwischen Caballero und Morales führte nach Behördenangaben zu einem dramatischen Anstieg an Massakern und Schießereien, vor allem im Norden des Landes. 14 Leichen, die im August in einem Kleinbus gefunden wurden, sollen etwa Anhänger Caballeros gewesen und als Warnung von Morales' Gefolgsleuten umgebracht worden sein. Am 14. September waren wiederum acht Tote in Nueva Laredo gefunden worden, einem Gebiet, das traditionell von Morales kontrolliert wurde.

Spruchbänder, die an Fernstraßen aufgehängt wurden, wurden als deutliches Zeichen des Hasses zwischen Morales und Caballero gewertet. Mit üblen Beleidigungen unterstellten sich die Drogenbosse in den Plakaten, andere Drogenschmuggler zu betrügen. Morales' Position könnte durch Caballeros Festnahme gestärkt werden, was die Lage verschlimmern könnte. Die Behörden hoffen jedoch, dass das Verschwinden von Morales' Konkurrenten Caballero die Situation beruhigt.

Erst vor zwei Wochen war der mutmaßliche Anführer des Golf-Kartells, Jorge Eduardo Costilla Sánchez, gefasst worden. Seit der scheidende Präsident Felipe Calderón bei seinem Amtsantritt im Dezember 2006 die Armee gegen die Drogenbanden einsetzte, wurden bereits mehr als 60.000 Menschen im mexikanischen Drogenkrieg getötet.

ulz/AFP/AP/dpa
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