Drogenkartelle in Mexiko "Tempelritter" lauern Polizei auf - 22 Tote

Bei Kämpfen zwischen Polizisten und Angehörigen einer pseudoreligiösen kriminellen Organisation sind im mexikanischen Bundesstaat Michoacán mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen.

Rettungskräfte im Bundesstaat Michoacán: Mindestens 22 Tote bei Kämpfen
DPA

Rettungskräfte im Bundesstaat Michoacán: Mindestens 22 Tote bei Kämpfen


Mexiko-Stadt - Die Todesschwadronen der Drogenkartelle bedrohen weiter die Sicherheitskräfte in Mexiko. Bei einem Gefecht in den Dörfern Puerto el Mamey und El Carrizo im Bundesstaat Michoacán starben mindestens 22 Menschen - zwei von ihnen waren Bundespolizisten, der Rest mutmaßlich Angehörige des in der Region aktiven pseudoreligiösen Kartells "Caballeros Templarios" (Tempelritter).

Laut Innenministerium wurden weitere 15 Beamte und eine noch unbekannte Zahl von Angreifern verletzt. Bewaffnete hatten demnach die Polizisten gezielt attackiert. Sie hätten an vier Stellen die Landstraßen zwischen Apatzingán und Cuatro Caminos sowie zwischen Lázaro Cárdenas und Uruapan blockiert, hieß es. Einheiten der Bundespolizei und Soldaten hätten die Straßensperren erst nach mehreren Stunden räumen können.

Nachdem die Bewohner der Region zu den Waffen griffen und der Konflikt immer weiter eskalierte, schickte die Regierung zuletzt 6000 Soldaten und Hunderte Bundespolizisten in die Unruheprovinz.

Erst am Montag waren bei einem Angriff auf Mitglieder einer Bürgerwehr in der Ortschaft Los Reyes fünf Menschen getötet worden. Neben drei Angehörigen der Selbstverteidigungskräfte kamen auch ein Passant und eine Polizistin außer Dienst ums Leben, als Unbekannte vor dem Rathaus des Dorfes das Feuer auf die Gruppe eröffneten.

Präsident Enrique Peña Nieto hatte im Mai einen General nach Michoacán entsandt, der Polizei- und Militäraktionen koordinieren soll. Der Staat hat in großen Teilen der Region die Kontrolle an Gangs verloren, die sich gegenseitig bekämpfen und gleichzeitig brutal gegen Staatsdiener und Institutionen vorgehen.

Ex-Präsident Felipe Calderón hatte seinen Krieg gegen die Kartelle 2006 in Michoacán begonnen. Seitdem fielen den Auseinandersetzungen mehr als 70.000 Menschen zum Opfer. Seit Amtsantritt von Peña Nieto sind die Mordraten leicht gesunken - die Probleme allerdings nicht beseitigt.

ala/dpa



insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
angelprofi87 24.07.2013
1.
Ja dann ab in den Urlaub wir deutschen gucken gerne weg !
villa.fritz 24.07.2013
2. Empfehlung?
angelprofi87 heute, 12:09 Uhr Was würden sie den empfehlen? Anstatt Urlaub und weggucken.
karlsiegfried 24.07.2013
3. Der Kampf gegen die Kartelle ...
... ist aussichtslos. Das musste China bereits während der Opiumkriege erfahren. England erzwang den weiteren Verkauf von Opium in China. Einzige wirkungsvolle Massnahme ist der kontrollierte freie Verkauf von Drogen. Wie beispielsweise bei Zigaretten. Nur wenn die horrenden Profite der Drogenbarone ins uferlose sinken sinken, kehrt Ruhe ein. Gekifft wird so oder so. Das wird niemals verhindert werden können. Wer das glaubt, ist von allen guten Geistern verlassen.
raber 24.07.2013
4. Tempelritter morden wieder
So lange eine Nachfrage nach Drogen besteht wird es auch ein Angebot geben. Bei diesem extrem lukrativen und brutalen Geschäft wird eine reine territoriale Verdrängunspolitik getrieben die viele Menschenleben kostet. Als Nachbarland der USA werden wohl die grössten Mengen über Mexiko geschmuggelt. Die meisten dieser mexikanischen Drogenbosse kommen aus sehr armen Verhältnissen und sind gewalttätige Aktionen oft gewöhnt. Wenn einer stirbt ist ein anderer dran und die Territorien-Verteilung oder Umverteilung kostet mal wieder Menschenleben. Leider beschränken sie sich nicht nur darauf unter sich Menschenleben zu löschen sondern morden auch dutzendweise Einwanderer Zentralamerikas die über Mexiko müssen und haben inzwischen auch grossen Einfluss oder Kontrolle auf viele kriminelle Aktivitäten und Unterstützer in Politik, Polizei und Militar was natürlich alles verkompliziert. Mit halben Massnahmen und Mitteln kann das Problem nicht gelöst werden.
cosmic303 24.07.2013
5.
70.000 Tote in 7 Jahren.. Und was lernen die Verantwortlichen daraus? Nichts...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.