Drogenkartelle in Mexiko Ranghoher "Tempelritter" festgenommen

Das mexikanische Drogenkartell "Cabballeros Templarios" (Tempelritter) gilt als besonders brutal und skrupellos. Jetzt hat die Polizei ein führendes Mitglied der Gruppe verhaftet. Es ist nicht die einzige Verhaftung der vergangenen Monate.


Uriangato/Mexiko-Stadt - Die mexikanische Polizei hat ein führendes Mitglied des Drogenkartells "Caballeros Templarios" (Tempelritter) verhaftet. Óscar Cornejo Tello sei in der Ortschaft Uriangato im Bundesstaat Guanajuato nordwestlich von Mexiko-Stadt gefasst worden, teilte das Innenministerium mit.

Tello - Spitzname "El Pelón" - soll im November einen Mordanschlag auf einen hochrangigen Mitarbeiter der Generalstaatsanwaltschaft geplant haben. Zudem habe er die illegale Förderung und den Handel mit Erdöl in Guanajuato kontrolliert. Gegen Cornejo Tello liege ein Haftbefehl wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vor.

Das Kartell der "Tempelritter" gilt als besonders gewalttätig und skrupellos. Ihre Hochburg haben sie im Bundesstaat Michoacán im Westen des Landes. Allerdings versucht die Gruppe zunehmend, auch im Zentrum Mexikos Fuß zu fassen.

Ritterhelme, Schusswaffen, weiße Kutten

Die Templarios verteilen altertümlich aussehende Codexes an ihre Mitglieder und behaupten, gegen Tyrannei und Ungerechtigkeit anzutreten. Nach einem Feuergefecht entdeckten Polizisten vor ein paar Monaten ein Trainingscamp der Templarios und fanden Ritterhelme, Schusswaffen und weiße Kutten - in Anlehnung an den Orden der Tempelritter.

Die mexikanische Polizei hat in den vergangenen Monaten bereits mehrfach hochrangige Mitglieder verschiedener Kartelle verhaftet. Im August wurden Mario Armando Ramírez Treviño, der Chef des Golf-Kartells, gefasst sowie Carillo Fuentes alias "Betty, die Hässliche". Im Juli nahmen Sicherheitskräfte Miguel Ángel Treviño von den Zetas fest.

In Mexiko liefern sich rivalisierende Banden seit Jahren eine blutige Auseinandersetzung um die Schmuggelrouten in die USA. Seit der mexikanische Präsident Felipe Calderón bei seinem Amtsantritt Ende 2006 den mächtigen Kartellen den Kampf ansagte, kamen in dem Drogenkrieg mehr als 70.000 Menschen ums Leben.

msc/dpa



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Skandalos, 30.07.2010
1.
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Durch die Legalisierung von Drogen in den USA. Dort gibts ja eine aktuelle Initiative, die sich großer Unterstützung quer durch alle Parteien erfreut. Prohibition funktioniert einfach nicht.
karmamarga 30.07.2010
2. Wie entkommen?
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Den Shabab-Milizen das Land schenken. Dann weiss jeder im Land mit wem oder was er es zu tun hat. So wie jetzt geht die Sache endlos weiter.
Ohli 30.07.2010
3. Keine Macht der Drogenmafia
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Die Abteilung der UN, die sich des Themas Drogen angenommen hat, gibt auf ihren jählich stattfindenden Konferenzen in Wien seit 2 Jahren bekannt, das der "War on Drugs", der hauptsächlich in den 80er Jahren von Ronald Reagan proklamiert wurde, verloren ist. Jahrzehnte in denen Milliarden für die Strafverfolgung ausgegeben wurden, umsonst. Der weltweite illegale Drogenanbau hat sich erhöht, die Verkaufszahlen und der Umsatz haben sich erhöht (geschätzte 500 Milliarden US-Dollar wurden im vergangenen Jahr weltweit mit illegalen Drogen umgesetzt). Weiter so wie bisher, bedeutet weitere Profite für die organisierte Kriminalität, weiter Korruption, weiter mit dem Elend und Leid. Eine drogenfreie Gesellschaft ist eine Illusion, sagte einmal der Drogenbeauftragte der Regierung Kohl, Eduard Lintner. Das Ziel muss eine staatlich regulierte Vergabe aller zur Zeit illegalen Drogen sein. Wie eine erfolgreiche Drogenpolitik aussehen kann, zeigt der "Frankfurter Weg" und deren Projekt mit der Heroinvergabe an schwerstabhängige. Regulierung statt Repression, Akzeptanz und Toleranz, statt Stigmatisierung und Strafverfolgung von Konsumenten. Es wäre auf jeden Fall eimal wünschenswert, wenn man sich sachlich und pragmatisch mit dem Thema Drogen auseinandersetzen würde, statt wie bisher polemisch und emotional. Einen schönen Tag noch, wünscht Ohli
Roller, 30.07.2010
4.
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Ganz einfach: die Legalisierung aller Drogen.
obi wan 30.07.2010
5. Gegen jede Art von Titeln und Orden!!!!
Keine Ahnung wie Mexiko entkommen kann. Ich kann nur sagen: Sicher nicht durch so politisch vielleicht korrekte aber vollkommen nutzlose Konzepte wie Rauschgift legalisieren, Dialog suchen u.ä. Mal sehen wann hier die Ersten hier auftauchenk, die so etwas als alleiniges Allheilmittel ernsthaft verkaufen wollen.
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